Vortexe soweit das Auge reicht

Liebe Heimat,

wir schreiben Tag 1 unseres Road-Trips im wunderbaren Westen der USA. Von Phoenix aus machen wir uns auf in Richtung Norden. Unser erster Zwischenstopp soll die magische Felsenstadt Sedona sein. Im steten Nieselregen durchstreifen wir Meile um Meile die eintönige Landschaft, die noch langweiliger zu sein scheint als Phoenix selbst.

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Erst die Abfahrt 298 bringt die Erlösung und führt uns ins Epizentrum der New-Age-Bewegung. Wir sind zwar nicht an den geomantischen Führungen und den elektromagnetische Energiefeldern interessiert und wollen uns auch keinen heilenden Kristallschmuck kaufen. Aber die roten Felsenformationen machen doch ordentlich Eindruck!


Sedona selbst ist die Essenz einer touristischen Hochburg. In der kleinen Fußgängerzone reihen sich Juwlery-Stores, Jeep-Touren, Kunst-Ateliers und natürlich die Panflöten-Läden der Einheimischen dicht aneinander. Allgemein wird die „Native Americans Handcraft“-Schiene sehr geschäftstüchtig gefahren – es gibt kein Aussichtspunkt ohne die weißen Verkaufs-Pavillions. Mit ein bisschen Hilfe vom allseits geschätzten lonley planet speisen wir fernab der Restaurants mit Blick-Schilder in der kleinen putzigen Imbiss-Bakery „Sedona Memories“ mit den wohl höchsten Sandwiches überhaupt.


Nach einer wunderbaren Fahrt durch die Berglandschaft erreichen wir unser erstes Etappenziel – Williams. Das Ausmaß an Klischeehaftigkeit ist kaum zu beschreiben. Abwechselnd drängen sich Countrybars, Boots- & Head-Stores, Rockerschuppen und diverse „Indianer“-Boutiquen dicht gedrängt an die historische Route 66! Wir „flüchten“ in das einzige gemütliche Café und verweilen dort erst einmal.

Auf dem Abendprogramm steht dann Power-Nap & Supermarket schließlich haben wir morgen einiges vor! Insgesamt kostet uns der Einkauf gängiger Snacks wie Baguette, Käse, Obst, Müsliriegel und Chips rund 44 Dollar! Dafür sind wir jetzt stolze Besitzer einer Price-Club Card und haben glatt beim ersten Einkauf 10% gespart…

Ich verbleibe mit gespannten Grüßen und freue mich auf den Grand Canyon

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Unbekannte Schöne – wir eilen zu dir!

Liebe Heimat,

nachdem wir uns überpünktlich am Flughafen eingefunden hatten, beschränkte sich mit Online-Check-In und lediglich einem „Reisesackerl“ als Gepäck das Vorflug-Prozedere auf den Sicherheitscheck (den wir trotz gefühlt tausend Mini-Sonnencremen und noch einmal soviel Apres-Sun-Lotionen, schließlich ist weithin bekannt welche Abzocke-Preispolitik für Sonnenschutz in südlichen Ländern herrscht, mit Bravur bestanden) und das Warten am Gate (was wir mit dem literweisen Konsum von Lufthansa-Gratis-Heißgetränken überbrücken). Ausgestattet mit zahlreichen Exemplaren der ebenfalls frei zur Verfügung stehenden Ausgaben verschiedenster deutscher und internationalen Tagesprint-Medien – schließlich stand uns ja eine lange Nacht bevor – ging es dann in den Flieger für unsere erste Etappe nach Wien.

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Mag sein, dass es daran lag, dass uns ein kleines Becherchen Weißwein und die allgemeine Reiseeuphorie – wären wir eine große Gruppe gewesen, wir wären unerträglich gewesen – ins Sphären geschossen hatten, wo einfach alles oder jeder lustig ist, dennoch sind wir immer noch der Meinung, dass jener Satz, den unser Pilot bei der Ankunft gesagt hat, der wohl lustigste Satz war den je ein Pilot gesagt hat.

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Ich zitiere:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten Sie noch um etwas Geduld. Wir sind anscheinend so schnell von München nach Wien geflogen, dass der Flughafen dermaßen überrascht war und es noch nicht geschafft hat eine Treppe zum Ausstieg zur Verfügung zu stellen.“

Nach etwas Wartezeit in der Family-Fun-Zone und einem erbitterten Kampf mit einem garstigen Automaten, der partout unseren 5-Euro-Schein nicht nehmen wollte (auch gewaltsamen Zurückdrücken und Zuhalten den Rückgabe-Spaltes brachten nicht das gewünschte Ergebnis) ging es weiter. Da die Strecke mehr Start und Landung als tatsächlicher Flug war, mussten wir unserer „Cola-küsst-Orange“Getränke-Kombo ununterbrochen im Faustgriff halten, wenn wir nicht wollten, dass sie sich todesmutig über die Kerbung des Klapptischen stürzten.

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Und dann war es soweit – bei angenehm lauen Temperaturen empfing uns das mitternächtliche Tirana. Vorbei am streng drein blickenden Zollbeamten, der sich doch noch als wahrer Familienfreund entpuppte – wenn auch gut getarnt – begrüßte uns hinter der Kontrolle gleich der Raiffeisen-Bankautomat mit seiner süßen Verheißung von Liquidität. Nach kurzen Situationsstudien wagten wir uns schließlich auch an das Gerät und waren ehrlicherweise auch hocherfreut über die deutsche Sprachoption auf dem Startbildschirm – nur nicht überstürzen. Von den sehr großen Zahlen mit den vielen Nullen, die wir spontan nicht durch 140 teilen konnten, dann doch etwas irritiert und leicht überfordert, entlud sich der auf uns lastende Druck dann in einem hysterischen Tippen auf die Bestätigungstaste, als uns der Automat (begleitet von einem immens schrillen und lautem Piep-Ton fragte, ob wir noch mehr Zeit benötigen würden. Das sich zwischenzeitlich auch noch eine Schlange der besagten streng drein blickenden Zollbeamten hinter uns gebildet hatte, wählen wir einfach aufs gerade Wohl eine Summe aus, die uns annehmbar erschien, um dann im Nachhinein festzustellen, dass wir lediglich 35 Euro abgehoben hatten. Also alles noch einmal von vorne… diese Mal allerdings besser vorbereitet und so gelang es uns ohne weitere Zwischenfälle eine gesamt Summe von umgerechnet 105 Euro zu ergattern. (140 Lek = 1 Euro)

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Die Futtersuche hatten wir vorausschauend in Wien abgewickelt, weshalb es nun nur noch galt einen passenden Schlafplatz zu finden. Dieser war mit einer Sitzecke, wo sich bereits andere Durchreisende niedergelassen hatten alsbald auserkoren. Eingekuschelt in unsere mitgebrachten Schlafsack-Inlays und mt dem gesamten Hab & Gut unter dem Kopf schlief es sich sehr gut. Wir ließen uns auch durch das hektische Treiben an den Check-In-Schalter zu frühen Morgenstunden nicht stören und teilten unser Bettchen am Fußende dann und wann auch gerne mit einem Sitzplatz-Suchenden.

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Von der Sonne wach geküsst, genehmigten wir uns ganz im Lamalo-Stil zwei Espresso am Morgen und checkten die allgemeine Buslage aus.

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Zwar wurden wir gleich fündig, allerdings handelt es sich um den Transferbus für das Flughafen-Personal. Doch wir schnell feststellen durften , ist in Albanien alles „no problem“ und so fanden wir uns grinsend wie ein Honigkuchen-Pferd (wie auch immer das grinst) eine Stunde früher als regulär geplant auf dem Weg gen Zentrum!

Ich verbleibe mit gespannten Grüßen!