Unterwegs auf den südamerikanischen Straßen habe ich gelernt, dass…

IMG_3874

…es nicht immer eine definierte Haltestelle gibt, sondern manchmal lediglich einen gewissen Einstiegsbereich, den der Bus langsam mit geöffneter Tür abfährt.

…dafür die Busfahrer sehr entgegenkommend auf individuelle Einstiegs- und Ausstiegswünsche reagieren.

…jeder der massig vorhandenen Straßenhunde Taxis und Motorräder von Grund auf hasst und ihnen mit äußerster Aggression entgegentritt.

…jeder Überholvorgang mit einem zweifachen Hupen angekündigt wird, was häufig zu einer intensiven Geräuschkulisse führt.

…sich auch ein LINENbusfahrer verfahren kann und dieser dann auch noch beim Wenden in 20 Zügen den nächstgelegenen Mülleimer niederrammt.

…eine Vielzahl an Bus-,Taxi- und Rikschafahrer eine unerklärlich starke Affinität zu Batman haben.

…in Fernbussen das Überschreiten der erlaubten 90 Km/h durch ein penedrates Piepen kundgetan wird, welches noch penedrater wirkt, wenn es sich um einen Nachtbus handelt, es 3 Uhr morgens ist, man selbst eigentlich nur noch schlafen möchte und der Busfahrer konstant die 91 km/h hält!

Runde zwei in Santiago!

Liebe Heimat,

kurz, aber schön war unsere Zeit in der Oase – nach einem Zwischenstopp in Lima mit Stippvisite am Meer gings auch schon wieder zurück nach Santiago.

Obwohl wir wirklich ausreichend Zeit für den Transfer zum Flughafen einkalkuliert hatten, machte es unser Taxifahrer mit seinen Tank- und Toilettenpausen am Ende doch noch einmal spannend. Zumal er sich dann auch noch laut eigener Aussage „vollkommen“ verfahren hatte. Erst nach mehrmaligen Nachfragen bei den eher sporadisch vorhandenen und nicht immer auskunftswilligen Passanten waren wir wieder auf Kurs.

Um 3 Uhr morgen küssten wir dann „heimische“ Erde und fielen in den noch früheren Morgenstunden wirklich hundemüde ins unser Schlafgemach. Schließlich galt es sich auszuruhen für den bevorstehenden Wasch-, Nach- und Vorbereitungstag! Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen… Pünktlich zum ersten deutschen Weltmeisterspiel am Montag war alles geschafft! Wie schicklich gleich in der „Nachbarschaft“ DEN deutschen Sportclub in Chile zu haben.

CIMG8328 CIMG8331

Aber ich bin ja hier nicht zum Spaß. Nach einer kurzen Stärkung mit meinem mir sehr liebgewordenen Paltabrot (Avocadobrot) brausten wir ins Zentrum-Zentrum um den ehemaligen „Bonzen-Vergnügungspark“ der spanischen Herrschaft zu besteigen.

CIMG8332  CIMG8336

Bei herrlichstem Wetter schlenderten wir anschließend durch die quirlig gefüllten Gassen Santiagos zum Regierungspalast, der im Vergleich zu den umliegenden Häusern fast ein bisschen niedrig erschien, dennoch eine gewisse Pracht ausstrahlte. Wir genossen auf jeden Fall in seinem Antlitz die Sonne und die frisch gerösteten Erdnüssen des vielsagenden „Nuts 4 Nuts“-Straßenverkaufs.

CIMG8343 CIMG8346

Zum Abschluss machten wir noch einen kleinen Abstecker in Santiagos „China Town“ mit wenig China aber viel Ramsch 🙂 und Schaufensterpuppen mit wohlproportionierteren Hintern als die mitteleuropäischen Püppchen.

CIMG8354 CIMG8358

Ich verbleibe mit sonnigen Grüßen.

Über den Dächern ist die Freiheit wohl grenzenlos

Liebe Heimat,

südamerikanisches Essen kann natürlich mehr als „ITALIANO“. Eine typische Vorspeise ist etwa die Artischocke  (TIPP: Nichts für Ungeduldige oder Hungrige). „Einfach“ die Blätter der gekochten Artischocke abrupfen, in ein Essig-Öl-Zucker-Salz-Gemenge eintauchen und mit den Zähnen das winzigkleine Fitzelteil an“Fruchtfleisch“ herausziehen. Fazit: Dauert, ist aber lecker!

IMG_3172   IMG_3174

Und ich wäre nicht in Chile, wenn nicht schon wieder gegrillt werden würde. Neben den klassischen Würtschen befand sich unter anderem eine halbe Kuh auf dem Grill. Liebevoll und in regelmäßigen Abständen vom Grillmeister persönlich mit der Marinade à la Geheimrezept eingepinselt. Für die Wartenden gabt es einstweilen Bier und Rum (und Bebidas = Soft Drinks). Ein besonderes Zuckerl war die absolut tolle Aussicht über Santiago und in die Berge! Location: 5 Sterne

CIMG8170   IMG_3180

Erste Fleisch-Vorspeise wurden Chorizo con Pan, also ein pikantes Würstchen im Brot auf die Hand serviert. Zweite Fleisch-Vorspeise waren vorportionierte Schweinelendchen (natürlich auf die Hand). Das Grande Finale – Rinderfilet – zwar mit Teller, aber irgendwie trotzdem auf die Hand.  Und dann wieder in umgekehrter Reihenfolge… Wieder machte vorportioniertes Fleisch die Runde bis alles aufgegessen war und ebenso die nun in Stückchen geschnittenen Würstchen. Einzige Beilage waren die sogenannten yuca – eine weiße, faßrige Wurzelknolle, die im gekochten Zustand eine gelbliche Farbe annimmt und so tut als wäre sie eine Kartoffel.

CIMG8171

 (etwas trocken, aber ganz OK)

Anwesende Nationen waren: Nicaragua, Guatemala, Columbien, Peru, Bolivien und Deutschland, was bei der ländertypischen Musikauswahl durchaus etwas Abwechslungs brachte, wenn wir an der Reihe waren 🙂 Neben Labrassbanda beschallten wir mit freundlicher Unterstützung von Helene Fischer und VoxxClub die umliegende Nachbarschaft. Einzig zu „Hoch auf dem gelben Wagen“ wurde ich beim Blick über die nächtliche Skyline fast schon ein bisschen sentimental.

IMG_3193

All in all: We call it a „Klassiker“ / Asado Chileno (auch wenn ausnahmsweise keine Chilenen dabei waren)

Ich verbleibe mit absolut satten Grüßen

Ernsthaft?! – Essen in Chile

Liebe Heimat,

ab sofort ist die „Schonfrist“ vorüber. Nach dem gemächlichen Start am Anreisetag, ging es am Samstag eng getacktet durch Santiago-City. Im „La vega“ wurde ich Zeuge der überragenden Landwirtschaftskunst und entdeckte unter den Millionen verschiednen Avocados, siamesische Drillings-Kiwis, Früchte names Chirimoya, Brokkolis mit der Größe eine Medizinballs (die richtig schweren) und Paprikas mit denen man „die Speisung der Fünftausend“ noch einmal wagen könnte.

CIMG8103

(MyMüsli in Chile)

Im historisch-modernen Zentrum durfte ich die vielseitige Straßenakrobatik von Jongleuren, Feuerkünstlern und Clowns erleben, die sich die Rot-Grün-Rhythmik zu Gunsten machen und sich mit Passanten-Entertainment ein Zubrot verdienen.

CIMG8115

(Stars bei der Pause)

Mittags habe ich mich mit voller Wucht in die chilenische Fast-Food-Szene gestürtzt und den „ITALIANO“ gekostet. Darunter ist ein Hot Dog mit Tomaten, Avocado-Creme und „Mayo“ zu verstehen.

CIMG8117
(Keine Angst das ist nicht wirklich Mayo eher so etwas wie Light-Light-Yoghurt-Miracel Wip)
Für den besseren Überblick gings dann in den Berg-Stadtpark „Cerro San Cristobal“ . Oben mit der Drahseilbahn angekommen genießt man zuerst den tollen Ausblick, bis man sich fragt was den Chilenen per se dazu veranlasst aufgequollenes Getreide, „babbsüßen“ Pseudo-Eistee und einen verschrumpelten Pfirsich zusammen in einen Becher zu panschen???!!!

CIMG8142  CIMG8145  CIMG8145_b

Ich verbleibe mit verwunderten Grüßen

Unterwegs im Zentrum und durch die Markthallen der Satdt habe ich heute gelernt, dass…

CIMG8357

… Chilenen nicht Online-Shoppen, sondern reges Bus-Shopping betreiben.

… die Taschen in Chile vorne getragen werden.

… Chilenen siamesische Drillings-Kiwis essen.

… in Chile die Ampelmännchen sprinten können.

… Chilenen Clowns über alles lieben.

… es in chilenische Kirchen Weihwasserspender gibt.

… Chilenen ohne ihr Taschen-Rollwägelchen nirgends hingehen.

… in Chile das Klopapier außerhalb der Toilettenkabine hängt.

… das chilenische Imbiss-Pendant zur Leberkas’Semmel der „Italiano“ ist.

Una noche típica

Liebe Heimat,

etwas zeitversetzt kommt nun „Der Anreisetag“ Teil 2.

Also zurück in den Handlungsverlauf… besagtem Frühtsück und heißer Dusche folgten das große Kennenlernen mit „meiner“ Gastfamilie und das Wiedersehen mit meiner Cousine Maria, die mich freundlicherweise hier eingeschleust hat und mir in den kommenden Tagen Land & Leute zeigen will, weshalb ich ihr  zu außerordentlichem Dank verpflichtet bin 😉 Quasi zum Warm-Werden mit Kultur und Kulinarik war unser erstes Ziel der Handwerker-Markt „Los Dominicos“ – Santiago-Rush-Hour inklusive. Als Zwischensnack auf die Hand gab es die typischen Empanadas gefüllt mit Hack und Zwiebel und einem halben Ei. Später ging es dann nach einem Power Nap in Richtung Zentrum zu einem typischen „chilenischen Abend“ – wie mir von den Beteiligten mehrfach beteuert wurde. Das heißt alle treffen sich igrendwann bei irgendjemandem zu Hause, fangen igrendwann zu grillen an, um dann irgendwann zu essen und im Anschluss irgendwann weiter um die Häuser zu ziehen. Dieser Prozess wird selbstredend begleitet vom Konsum von Bier und verschiedener Getränke u.a. mit klangvollen Namen wie „Piscola“.

Das Ende des Abends fand wir ihm Künstlerviertel Barrio Bellavista. Und da nachts bekanntlich ja alle Katzen grau sind, ist anbei ein schönes buntes Bild bei Tage aus den dortigen Straßen beigefügt.

IMG_7968

Für den authentischen Eindruck des Nachtlebens in Barrio Bellavista sind sich die kleinen Läden als eine nicht endenwollende Kette aus Bars und Kneipen vorzustellen. Dazu noch jede Menge lustiger Straßenmuskanten, einige Verrückte und erwachsene Männer mit Clownshüten. Im Prinzip sind alle betrunken – auch der Sandwichverkäufer! Schaschlik-Spieße werden auf dem mobilen „Einkaufswagen-Grill“ gegrillt und wir sind  in mindestens vier chilenischen Fotohandys verewigt.

In diesem Sinne verbleibe ich mit müden Grüßen

Chicken or Pasta?!

Liebe Heimat,

nach dem etwas luftlöchrigen Landeanflug – der meinen Sitznachbarn spontan dazu verleitete noch einmal die Sicherheitsanweisungen für genauere Studien zu zücken – bin ich gut in Paris angekommen. Für die nächsten Stunden sollte dann das Areal zwischen Gate K39 und K49 mein zu Hause sein. Einzig die Futtersuche gestaltete sich etwas schwierig. Aber TUC sei DANK habe ich wohl genährt das Flugzeug Richtung Santiago betreten 🙂 Dort fand ich meinen Platz  in einem bunten Männerhaufen aus Deutschen, Niederländern und Polen – alle samt Profi-Fischer auf hoher See, wie ich vom Rudelführer Gabor (wie die Schuhe) weiß! Noch nicht einmal auf dem Rollfeld wurden bereits erste Rufe nach Wein und Bier laut – allerdings verzögerte ich der Abflug, da die Airline den wohl altersschwächsten Gast, der je ein Flugzeug betreten hat, taktisch äußerst ungünstig in die drittletzte Reihe des Riesenvogels platziert hatte.

Réservé

Abgelenkt durch ganz passables Essen, Filme und Black Jack vergingen die Stunden (Achtung schlechter Wortwitz) fast wie im Flug. In Chile wurde ich empfangen wie die Stars auf dem roten Teppich – nur das mir statt Blitzlichtgewitter ein Schilderwald aus Willkommensplakten und Taxiangeboten entgegenschlug. Mit einem netten Lächeln und stumpf wiederholtem „No. Merc…Gracias“ habe ich mich zum eigentlichen Transfer durchgekämpft. Der glücklicherweise das Bild von meinem Ticket auf dem Handy als vollwertig akzeptierte. In der Wohnung angekommen habe ich gerade ein vorzügliches zweites Frühstück genossen mit frisch gemachter Guacamole und weitem Blick über das herbstliche Santiago!

Ich verbleibe mit freudigen Grüßen und gehe jetzt duschen 🙂