Home, sweet home, baby!

Liebe Heimat,

es ist soweit. Ich berichte von meiner Rückreise in die deutsche Heimat. Für Chile durchaus etwas ungewöhnlich kam mein bestellter Flughafentransfer pünktlich auf die Minute. Gut, dass ich mir die Abschiedsbussis von den Kindern der mir Unterschlupf gewährenden Familie bereits mit etwas Vorlauf abgeholt hatte. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei den sehr warmherzigen, lieben und mich willkommenheißenden Gastgebern aus der Wohnung 603 bedanken!!!

In der Konsequenz war ich viel zu früh am aeroporto angekommen und musste daher noch ein Weilchen meinen Backpack spazierenführen. Kleine Randnotiz: Dank der aus Deutschland importierten mariaschen Lektüre, die nun ungelesenen in meinem Rucksack schlummerte, wog dieser nur unbedeutende 5 Kilo mehr (und ich übertreibe hier nur ein kleines bisschen)!

Die dann ebenfalls massig vorhandene  Zeit am Gate schlug ich zuerst mit warten, dann mit essen und dann mit dem erhaschten wifi von „dunking donuts“  erfolgreich tot. Im Flugzeug hatte ich schon hoffungsvoll auf den freien Doppelplatz vor mir gespäht, bis sich auf den letzten Drücker eine furchtbar schwitzelnde Strickwoll-Family doch noch entschied das Boarding Angebot wahrzunehem, um sich direkt vor mir zu platzieren! Ich möchte erwähnen, dass mir ein 13 Stunden Flug bevorstand. Aber anscheinden hat die Lüftung ganze Arbeit geleisten, denn bereits nach wenigen Stunden war nichts mehr von mir recht zuwideren Geruch vernehmbar.

Viel seltsamer hingegen war mein asiatischer Sitznachbar, der ungelogen den kompletten Flug hindurch geweint hat, wenn er nicht gerade schlief. Auf die Ansprache des Boardpersonals antwortete er lediglich mit fast schon animalischen Gesten. Auf besorgte Nachfragen gabs vom mitreisenden „Freund“ stets nur einen Daumen hoch, während neben mir die Tränen über den Klappttisch kullerten. Mit der zunehmenden Eigenduft-Intensivierung meines Nachbars schwand allerdings auch mein Mitgefühlt. Leider mag mir partout keine euphemische Umschreibung einfallen – also gerade raus: Er hat schlichtweg und einfach für mich nahezu unerträglich gestunken! Zum Glück ereilten mich die Geruchsfahnen nur in Schüben wodurch ich mich phasenweise ins Land der Träume verabschieden konnte und der Flug dann auch plötzlich schon rum war.

In Paris ließ sich meine Vorfreude dann auch nicht mehr vom unhöflichen Personal trügen und nach einer weiteren guten Stunde Flug inklusive minutenlangem Rumrollen auf der Start- und Landebahn war es geschafft.

Ich verbleibe mit reiseerschöpften, aber erstaunlich fitten Grüße und freue mich auf ein Wiedersehen mit den meinen!

Unterwegs auf den südamerikanischen Straßen habe ich gelernt, dass…

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…es nicht immer eine definierte Haltestelle gibt, sondern manchmal lediglich einen gewissen Einstiegsbereich, den der Bus langsam mit geöffneter Tür abfährt.

…dafür die Busfahrer sehr entgegenkommend auf individuelle Einstiegs- und Ausstiegswünsche reagieren.

…jeder der massig vorhandenen Straßenhunde Taxis und Motorräder von Grund auf hasst und ihnen mit äußerster Aggression entgegentritt.

…jeder Überholvorgang mit einem zweifachen Hupen angekündigt wird, was häufig zu einer intensiven Geräuschkulisse führt.

…sich auch ein LINENbusfahrer verfahren kann und dieser dann auch noch beim Wenden in 20 Zügen den nächstgelegenen Mülleimer niederrammt.

…eine Vielzahl an Bus-,Taxi- und Rikschafahrer eine unerklärlich starke Affinität zu Batman haben.

…in Fernbussen das Überschreiten der erlaubten 90 Km/h durch ein penedrates Piepen kundgetan wird, welches noch penedrater wirkt, wenn es sich um einen Nachtbus handelt, es 3 Uhr morgens ist, man selbst eigentlich nur noch schlafen möchte und der Busfahrer konstant die 91 km/h hält!

In vino veritas!

Liebe Heimat,

gibt es denn einen geeigneteren Ort, um Chile langsam Lebewohl zu sagen, als ein gediegenes Weingut nahe dem vielversprechenden Kleinstadt Casablanca? Ich möchte es bezweifeln. Trotz mehrfachen Anpreisens der örtlichen Taxidienstleistungen seitens des äußerst gesprächigen Busfahrers, der äußersters netten Touri-Tante und der äußerst korpulenten Passantin, haben wir es gewagt das ZWEI Kilometer entfernte Weingut „Casas del Bosque“ auf dem Fußweg aufzusuchen – was auch dem Sicherheitspersonal an der Autoeinfahrtsschranke ein leichtes Grinsen entlockte, als wir marschierend passierten.

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Dort war es dann tatsächlich auch etwas schicker und chilenisches „Möchte-Gern“ reich gesät. Glücklicherweise befanden sich in der englisch geführten Tour neben uns nur zwei Amis im Jogging-Outfit, sodass wir wieder glänzen konnten.

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Ganz nach dem Motto soweit das Auge reicht bzw. alles was das Licht berührt, gehört zu den Länderein des Guts.

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Nach der Ernte, die bei ein solche erlesenen Wein natürlich „handpicked“ ist, werden die Stiele maschinell von den Trauben getrennt, gerüttelt und geschüttelt und der Saft kommt dann erst einmal in diese unromatischen Kontainer.

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Aber keine Sorge – natürlich genießen die edelen Tropfen je nach Preis auch eine gewisse Zeit in den Fässern aus fränzösischer Eiche (allerdings wird gerade ungarische Eiche getestet – hmmm, ob die wohl billiger ist?)

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Dann noch Ratz Fatz im 2.500 Flaschen pro Stunden-Takt abgefüllt und fertig ist der Boutique-Wein!

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Doch nun kommen wir zum wichtigsten Teil der Führung und unseren eigentlichen Motivationsgrund die „DEGUSTACION“! Edel angerichtet mit hübschen Gläselein und frischem Obst, das uns saftig anlächelte, um uns später hönisch zu verspotten, als uns der ausschließlich dekorative Zweck klar wurde, nahmen wir Platz an der Tafel.

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Luis – unser Guide – kredenzte uns zuerst ihren Verkaufsschlager, den Sauvignon Blanc, der angeblich nach Äpfel, Zitronen und ein bisschen Pfeffer schmeckt. Gerade noch den letzten Schluck geleert folgte mit dem zweiten Glas , ein Chardonnay aus dem eher fruchtigen Sortiment (Apfel, Pfirsich, Banane, Mango, Ananas,…) eine kleine Lehrstunde zum Verkosten.

Regel 1: Griffel weg vom Glaskelch sonst wird der Wein warm und überall sind „Fettdabber“ -Also nur unten am Stiel oder am Boden greifen.

Regel 2: Glas LEICHT kippen und sich die Farbe genauer anschauen.

Regel 3: Nase ganz tief rein ins Glas und schnüffeln!

Regel 4: Das Glas locker aus dem Handgelenk schwenken – wer zu unfähig oder betrunken hierfür ist, kann das Glas auch gut und gerne auf den Tisch stellen und dort ganz souverän kreisen lassen. Dann noch einmal die Nase rein.

Regel 5: Einen großen Schluck nehmen, über die Zunge laufen lassen, die Zunge gegen den Gaumen drücken, den Wein kurz in der rechten und linken Backe spülen – also wirklich nur ganz kurz! – und dann schlucken.

Regel 6: Das Prozedere sollte nur einmal durchgeführt werden und zwar genau dann, wenn der Kellner einem den Wein zu probieren einschenkt!

Und obwohl wir Schritt für Schritt genau befolgten kamen wir beim Pinot Noir zu unserer Enttäuschung nicht auf die „Vanille-Erdbeer-Leder“-Note. Doch wir machten Fortschritte. Nach der vorschriftsgemäßen Verköstigung des preisgekrönten Syrah traf Maria mit ihrem fachmännischen Kommentar: „Der raicht wia obrennt!“ die rauchige Grundwürze!

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Ich denke es bedarf keiner weiteren Erklärung, dass wir bei der Wahl zwischen der günstigern Tour mit 4 Weinen und der teureren Tour mit 5 Weinen erstere gewählt hatten. Zu unser großen Freuden waren wir Luis wohl so sympathisch, dass es uns ein Glas ihres limited – private sale – wir haben nur wenige Flaschen davon- Weins einfach so schenkte! (Die Amis hatten natürlich für die 5 Weine gezahlt 😉 ) – Ein außergeöhnliches Trink-Erlebnis: Statt der für einen Carbernet Sauvignon üblichen 5 bis 7 Sekunden, bleibt der GRAN BOSQUE satte 10 Sekunden geschmacklich im Gaumen hängen… und danach: Mundwüste!

Etwas beschwipst, weil weggeschüttet wird nichts, genossen wir in der Sonne unsere mitgebrachten Snacks und beschlossen spontan das Mountainbike-Angebot des Weinguts zu nutzen. Da wir ja immer noch als Tiefflieger in der High Class unterwegs waren, handelten wir einen kleinen Preisnachlass heraus und verzichteten dafür bereitwillig auf eine neue Runde des bereits getesteten Sauvingnon Blanc. Und dann konnte es auch schon losgehen. (Einziges Problem bei der Wertsachenabgabe war meine offene Handtasche. Auf meinen Hinweis, dass ich sie nicht schließen könne, da der Reisverschluss kaputt sen, erntete ich ein leicht schockiertes Naserümpfen.)

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Als es dann inmitten der Weinberge hieß sich zwischen der grünen Anfänger Tour und der roten Tour zu entscheiden, war natürlich klar, dass es sich bei uns beiden nicht um Radfahr-Anfänger handelt. Was uns nicht so klar war, dass sich der anfänglich gemächliche Weg in quasi ein Downhillparadies verwandelt, da Regenwasser tiefe Furchen in den weichen Sandboden gemärzt hatten. Doch mit ein bisschen schieben und viel bremsen, haben wir auch diese Challenge gemeistert und sind wohlbehalten zurückkehrt.

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Zurück in Casablanca hatten wir anscheinend gerade die Mittagszeit verpasst, da uns reihenweise die „Lokale“ vor der Nase zumachten. Bis auf eines, das hatte Mitleid mit uns ausgehungerten Mädchen und öffnete uns eigens ihre schon schließende Tür. Als einzige Gäste wurdenwir prompt bedient, wofür wir uns mit einem entsprechenden Trinkgeld erkenntlich zeigten. Dann fuhr uns noch die äußerst nette Touri-Tante zur Autobahn mit der nächsten Bus-Herwink-Stelle in Richtung Santiago und weigerte sich dafür Geld anzunehmen – all in all ein wares Schnäppchen dieser Lebewohl-Ausflug!

Ich verbleibe mit vergnüglichen Grüßen.

Mehr Meer!

Liebe Heimat,

nachdem wir die letzten drei Wochen Museen gemieden haben, wie der Teufel das Weihwasser, haben wir nun das wunderbare Haus des Pablo Neruda für eine Besichtigung auserkoren – was leichter klingt als es tatsächlich war. Hätten wir gewusst, dass wir uns für den Kartenkauf in eine Warteliste eintragen müssen, um dann erneut in einer partout nicht weiterrückenwollenden Warteschlange bei den Audioguides zu landen, wären wir vermutlich am Vortag angereist, um fanatisch vor dem Museum in Isla Negra zu campieren. Doch schneller als gedacht, löste sich die  außerordentliche Anstauung wieder auf, das diese von einer Gruppe Rentnern hervorgerufen wurde, die eine besondere Einführung in die Technik bedurften.

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Da der Literatur-Nobelpreisträger Neruda neben seinen Tätigkeiten als Regimekritiker, Botschafter, Generalkonsul und Emigrationshelfer auch ein leidenschaftlicher Sammler mit speziellem Faible für Maritimes war, gab es in dem schnicken Häuschen einiges zu sehen und vom Audio-Guide etliches zu berichten. Zu den auffällig vielen Schiffsbug-Figuren die hübsch bis gruslig aussahen folgten in dem doch recht langen Haus Masken aus Afrika, buntes Käfer- und Schmetterlingsgetier, seine persönliche Gaderobe, eine Hostienpresse, ein lebensgroßes Spielzeug-Pferd oder eine bemerkenswerte Muschelsammlung. Zu unserer großen Enttäuschung war das Fotografieren im Inneren des Hauses nicht gestattet, daher haben wir uns im Außenbereich etwas ausgetobt:

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(Die Glocke läutete der gute Pablo immer, wenn er ankam um die Schiffe in alter Seemannsmanier zu grüßen und die Nachbarn wissen zu lassen, dass er da war.)

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(Das Haus)

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(Ein alter Dampfantrieb, den er von mehreren Eseln und Studenten hat herbringen lassen, da sie ihn an eine Dampflok erinnerte und ein Dampflok ihn wiederum an seinen Vater erinnerte, weil der wiederum seinerzeit Dampflok-Führer war.)

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(Der Fisch war einfach ÜBERALL – vor allem aber im Souvenir-Shop – zu finden)

Bezüglich der Photopolicy haben wir das Ganze dann noch einmal eruiert und haben dabei festgestellt, dass niemand gesagt, dass man nicht von draußen REIN fotografieren darf…

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Für mögliche Bildqualitätsverluste wird nicht gehaftet!

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(Das Esszimmer mit einer holden Maid, tschechischem Kristall auf dem Tisch und Gläser aus Mexiko glaube ich – der Audio-Guide erwähnt an dieser Stelle, dass nichts zufällig im Haus ist, sondern alles eigens von Pablo ausgewählt und eingerichtet wurde!)

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(Hier zu sehen des Dichters schicke Bar, wo er seine engsten Freunde bewirtete – weißte Bescheid!)

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(Den Meer-Fanatismus hatte ich ja schon erwähnt…)

Nach unserem Besuch im nerudschen Dichter- und Denkerhaus ersinnen wir Pablo als einen recht kommoden Zeitgenossen mit einem leichten Hau (wenn man das so sagen darf). Für uns gings weiter zum Bus-Strand-Hopping. Auf Isla Negra (keine Insel) folgte El Quisco – ein Sommerdomizil im Winterschlaf. Außer uns tummelten sich nur Zeugen Jehovas-Omas am Wasser, denen wir auf ihrer Bekehrungs-Pilgerreise gerade richtig kamen. Doch nach einem kurzen gottesfürchtigen Plausch konnten wir die Damen mit einem Flyer des Pablo Neruda Hauses abwimmeln (DANKE PABLO) und uns dem eigentlichen Vorhaben widmen: Alfajor-Testessen… Frisch aus der Konditorei vs. industrielles Gepäck aus dem Mini Market!

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(Kurz für alle Unwissenden Alfajor ist quasi die lateinamerikanische Antwort auf Prinzenrolle: Ein Doppelkeks aus Mürbteig mit karamellisierter Milchmarmelade)

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(Unser erster erfolgreicher Versuch mit dem Selbstauslöser… )

Und weiter geht’s zum nächsten Strand! Maria findet, dass es hier irgendwie aussieht wie in der Raffaello-Werbung… anbei ist meine Performance zu „You leave me speechless“ zu sehen.

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Ein anständiger Fußmarsch und schon sind wir am nächsten Strand… und wieder vollkommen ALLEINE!

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Ein kleines Highlight haben wir uns bis zum Schluss aufgespart – fast hätten wir im längsten Pool der Welt geplantscht. „Die Crystal Lagoons in der Ferienanlage San Alfonso del Mar im chilenischen Algarrobo ist eine 1013 Meter lange künstliche Lagune , sie fasst 2,5 Millionen Liter gefiltertes Meerwasser und bietet Platz zum Schwimmen, Tauchen, Windsurfen – selbst Bootsausflüge sind möglich. Das Meer liegt zwar direkt nebenan, doch Baden ist dort wegen der Strömung und des klapperkalten Wassers (16 Grad) zu ungemütlich. Im Pool misst das Wasser dagegen angenehme 26 Grad, es gibt keine Quallen, und man hat nach dem Baden keinen Sand in der Hose.“ – Zitat Ende.

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Ich verbleibe mit poseidischen Grüßen!

Viva Chile!

Liebe Heimat,

gestärkt durch ein zweites Frühstück auf dem Fischmarkt bewegten wir uns an der Küste weiter südwärts nach Valparaiso.

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Eine Hafen-, Künstler- und Studentenstadt bei deren Stadtführung überwiegend die Bedeutungen der zahlreichen Graffitis sowie die Namensgebungen und Beziehungsbande der Straßenhunde erklärt wird.

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Und als hätten wir in Peru noch nicht genug Buße getan, erwarteten uns auch hier Treppen in erwähnenswerter Konzentration. Mit ihrer farbenfrohen Gestaltung sorgten die Stufen zwar für geringfügige Ablenkung, konnten dennoch nicht vollkommen für die Anstrengung des Aufstiegs entschädigen. Dafür boten mancherorts historische Aufzüge Berg-Erklimmungshilfe für verlockende 20 Zent pro Fahrt – sofern sie denn funktionierten.

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Selbstverfreilich ließen wir uns das spanisch-chilenische Kolonial-Derby am Nachmittag nicht entgehen und suchten eigens hierfür einen möglichst urigen Pub mit möglichst vielen eingefleischten Fußballfans auf. Für das vollkomm authenische Erlebnis nahmen wir ebenso das spezielle Fußball-Oferta des Tages in Anspruch: Zwei Bier und eine große Chorrillana (Pommes, Fleisch, Würstchen gemischt mit Ei und ganz viel Zwiebeln)

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Während hier die Fans ihren herrlichen Triumph friedlich mit Pauken und Trompeten, selbstgemachtem Konfetti und Autocorso zelebrierten – fielen in Santiagog über 500 Busse den feierwütigen zum Opfer und zahlreiche grenzenlos Erfreute fanden sich im Krankenhaus wieder.

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Und zum Abschluss noch ein besonderes Schmankerl: die improvisierte Grillstation in einer Bank (= seriöses Geldinstitut)

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Ich verbleibe mit chilenischem Fußball-Fieber infizierten Grüßen

Sea life!

Liebe Heimat,

in meinen letzten Tagen auf südamerikanischem Boden hat es uns an die chilenische Küste verschlagen. Freundlich aufgenommen von Marias Au pair-Großeltern (also den Großeltern der Kinder, die sie sonst hütet, wenn sie nicht gerade meinen persönlichen Touri-Guide mimt 🙂 ) residieren wir in absoluter Meernähe in Chiles Ferienort Nummer 1.

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Dank der Neben-Neben-Saison ist es erstaunlich ruhig in Vina del Mar und wir hatten den Strand fast für uns – und wie könnte es anders sein: die ganzen Besuche in sämtlichen peruanischen Inka-Sonnentempel, haben sich gelohnt. Die gelbe Kugel folgt uns unterwegs auf Schritt und Tritt.

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Fast wie im Tierpark gab es hier neben ganz vielen Pelikanen (den sogenannten Beamten der Lüfte) noch weitere posierliche Tierchen zu bestaunen. Meine persönlichen Favoriten waren  die Seelöwen. Gemählich wuchteten sie ihren Astralkörper über den Strand, ließen sich vergnüglich in der Brandung treiben oder erfreuten sich an ihrer Leichtigkeit im kühlen Nass. Sie haben auch wirklich gebrüllt wie ihre mähnenbehafteten Raubkatzen-Freunde, allerdings weiß ich nicht, ob das in irgendeinem tatsächlichen Zusammenhang mit der Namensgebung steht.

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Ich verbleibe mit entspannten Grüßen

Runde zwei in Santiago!

Liebe Heimat,

kurz, aber schön war unsere Zeit in der Oase – nach einem Zwischenstopp in Lima mit Stippvisite am Meer gings auch schon wieder zurück nach Santiago.

Obwohl wir wirklich ausreichend Zeit für den Transfer zum Flughafen einkalkuliert hatten, machte es unser Taxifahrer mit seinen Tank- und Toilettenpausen am Ende doch noch einmal spannend. Zumal er sich dann auch noch laut eigener Aussage „vollkommen“ verfahren hatte. Erst nach mehrmaligen Nachfragen bei den eher sporadisch vorhandenen und nicht immer auskunftswilligen Passanten waren wir wieder auf Kurs.

Um 3 Uhr morgen küssten wir dann „heimische“ Erde und fielen in den noch früheren Morgenstunden wirklich hundemüde ins unser Schlafgemach. Schließlich galt es sich auszuruhen für den bevorstehenden Wasch-, Nach- und Vorbereitungstag! Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen… Pünktlich zum ersten deutschen Weltmeisterspiel am Montag war alles geschafft! Wie schicklich gleich in der „Nachbarschaft“ DEN deutschen Sportclub in Chile zu haben.

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Aber ich bin ja hier nicht zum Spaß. Nach einer kurzen Stärkung mit meinem mir sehr liebgewordenen Paltabrot (Avocadobrot) brausten wir ins Zentrum-Zentrum um den ehemaligen „Bonzen-Vergnügungspark“ der spanischen Herrschaft zu besteigen.

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Bei herrlichstem Wetter schlenderten wir anschließend durch die quirlig gefüllten Gassen Santiagos zum Regierungspalast, der im Vergleich zu den umliegenden Häusern fast ein bisschen niedrig erschien, dennoch eine gewisse Pracht ausstrahlte. Wir genossen auf jeden Fall in seinem Antlitz die Sonne und die frisch gerösteten Erdnüssen des vielsagenden „Nuts 4 Nuts“-Straßenverkaufs.

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Zum Abschluss machten wir noch einen kleinen Abstecker in Santiagos „China Town“ mit wenig China aber viel Ramsch 🙂 und Schaufensterpuppen mit wohlproportionierteren Hintern als die mitteleuropäischen Püppchen.

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Ich verbleibe mit sonnigen Grüßen.

Wie in der Punicha-Werbung!

Liebe Heimat,

nach all dem vielen Umhergereise und Angeschaue haben wir Ika bzw. Huacachina als unsere letzte Station in Peru ausgewählt. Bevor ich nun lange mit Worten schweife, sollte eine kleine Bildauswahl unsere Beweggründe hierzu mehr als verdeutlichen und die vierstündige Anreise im peruanischen Pendlerbus durchaus rechtfertigen:

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Aber uns hat nicht mein markerschütternder Piano-Riff-Klingenton (einige wissen wovon ich spreche) um 3.25 Uhr aus unseren süßen Träumen gerissen, damit wir dann in der Wüste ein Tages-Nickerchen machen. Wir hatten noch GROSSES vor. Nach besagtem Päuschen gings rein in den Buggy und rauf auf die Dünen. Persönlich chauffiert von „Morgan Freeman“.

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Schnell entwickelten sich die gemächlichen Kurven durch den Sand in eine Achterbahnfahrt OHNE Schienen. Ich bin mit den physikalischen Gesetzen nicht mehr so vertraut, habe aber während der Tour fest gehofft, dass unser routiniert wirkender Fahrer sich seiner Sache hierzu sicherer ist oder zu mindest auf einen großen Schatz an Erfahrung zurückgreifen kann. An der anvisierten Zieldüne angekommen, haben wir uns als wahre Sportler ersteinmal gedehnt und zugegebendermaßen ein kleines Wüsten-Foto-Shooting darausgemacht (Heidi 2015 – sind wir dabei!).

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Ausgestattet mit einem handelsüblichen Snowboard – nur statt mit Bindung mit etwas angefieselte Stoffgurten – ging es dann bäuchlings rasant den Hang hinunter. Zwar beeindruckte von oben der steile Anfangspart mehr doch, die wahre Krux war das dezent hugelige Ende. Fest ans Brett gepresst konnten wir einige, aber nicht alle „Bounzer“ abmildern, daher werden wir für die nächsten Tage wohl definitiv ein kleines Andenken auf Hüfthöhe tragen.

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(Mit Hilfe des grünen Pfeils wurde im Bild oben die „Talabfahrt“ gekennzeichnet, welche untyischerweise den Steigungsgrad einer dunkelroten bis schwarzen Piste hatte.)

Aber wie heißt es so schön Ende gut – alles gut!

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Ich verbleibe mit sandigen Grüßen

Ui ui – Cuy, cuy…

Liebe Heimat,

Lima wollte natürlich nicht nur auf die Qualität seiner servierten Meeresfrüchte-Speisen hin unter die Lupe genommen werden. Daher haben wir uns am nächsten Morgen (also eigentlich am Mittag, aber um aufs gefühlte südamerikanische  Zeitlevel zu kommen, sind immer mindestens zwei Stunden von der tatsächlichen Uhrzeit abzuziehen) gleich einmal einer „Free Walking Tour“ angeschlossen.

Also zuerst mit der Metro, die eigentlich ein Bus ist, ab in Richtung Zentrum – pünktlich zur Wachablöse vor dem Präsidenten-Palast. Weniger aus Tradition als viel mehr für die Touristen wird hier ein wahres Brimborium in vier Akten veranstaltet. Musikalisch untermalt mit den Evergreens der Opernszene wie „O Fortuna“ (was besonders mein Herz erwärmte) schreiten die Herren anmutig in einer Art Slowmotion Can-Can über den Platz. (Anbei grafisch hervorgehoben)

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(Anmerkung der Redaktion: der Platz ist nicht immer so leer. Aufgrund einer parallel laufenden Demonstration in nahegelegen Straßenzügen war er allerdings bestens gehütet durch zahlreiche quasi identisch aussehende Policia-Männer und wurde daher nur von Touristen aufgesucht.)

Da es von einer Stadtführung ja immer sehr viel zu erzählen gibt, folgen anschließend einige Bilder:

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(Die Santa Rosa de Lima – passenderweise im dezenten Lachston gehalten – wurde wie der Name schon sagt einer gewissen Rosa gewidmet, deren Gebeine auch im Kircheninneren aufgebahrt sind. Sie hat die Kirche mutig vor „tigers“, „fire“ oder „pirates“ verteidigt. So ganz genau haben wir unseren Guide da nicht verstanden.)

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 (Schöner Platz – möglicherweise auch der Hauptplatz aus der anderen Perspektive)

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(Größte Kirche in Lima)

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(Ich beim etwas missratenen Posing vor der größten Kirche in Lima – und ja das ist eine Jogging-Hose, weshalb wir an diesem Tag desöfteren als Gringas -> Amis bezeichnet wurden)

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(Ausgegrabener Marktplatz)

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(Literaturhaus u.a. mit der Ausstellung des Literaturpreisträgers aus dem Jahre 2010)

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(Markthalle mit etwas unstabilen Bodengittern, die unter uns zwei Prachtfrauen schon gefährlich weit nachgegeben haben.)

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(Chicha – des Peruaners liebstes Maisgetränk, das ich nur für muy dulce halte!)

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(Eine der nicht so schönen Seiten Limas)

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(Auf dem Weg zum San Cristobal – auffällig viele Städte in Südamerika haben einen Berg auf dem eine Art Jesus-Verschnitt wie in Rio de Janero steht. Manchmal ist es eine Maria, manchmal einfach nur eine Statue oder wie im Falle Lima ein Kreuz.)

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(Es ist ein wirklich sehr großes Kreuz – und wirklich nicht ganz einfach in seiner Gänze auf ein Bild zu bekommen.)

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(Wäre es nicht neblig, würde man jetzt hinter uns die weite Stadt sehen und am Horrizont das Meer – wirklich!)

Nach der Tour durch das überwiegend schmucke 8 Millionen Städtchen – war es soweit. Lange hatten wir es hinausgezögert, aber der Tag war gekommen: Wir beugten uns dem Peru-Reise-Gruppenzwang und orderteten in einem entsprechend ausgewiesenem Restaurant ein „Cuy“. Das heißt soviel wie Riesenmeerschweinchen und gilt als DIE landestypische Spezialität. Selbst sehr skeptisch beschränkten wir uns auf das Minimale an Fleisch und das Maximale an Beilagen, die im Prinzip aus Reis, Kartoffeln und KNOBLAUCH bestanden. Den Geschmack der Knolle einmal beiseitegelassen würde ich Cuy konsitenstechnisch zwischen Hühnchen und Calamari einstufen. Aber ich will ehrlich sein: Es war schon ein etwas sonderbares Gefühl und bedarf keiner Wiederholung. Zukünftig reichen auch einfach wieder die Beilagen. (Hinweis: Bitte ggf. folgendes Bild schnell überscrollen.)

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Gegen Abend brachen wir dann noch zu einer Pilgerreise in Richtung „Agua Parque“ auf. Als ich schon nicht mehr daran glaubte inmitten des Berufsverkehrs auf einen touristischen Hot Spot zu treffen, tat sich vor uns eine hochumzäunte Hecke inklusive Kassenhäuschen auf. Inzwischen war es auch schon dunkel geworden und so konnte das bunte Farbenspiel beginnen. (Großer Pluspunkt es gab auch Free WiFi  am Hauptbrunnen 🙂 ) Aber selbstredend haben wir uns auch an der multimedialen H2O-Kunst ergötzt:

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(Leider müssen wir das wunderbare Panflöten-Licht-Musik-Wasser-Video vorenthalten, da sich ein Premium-Video-Update als eher unverhältnismäßig erweisen täte – ich bitte an dieser Stelle um Verständnis.)

Ich verbleibe mit metropolischen Grüßen

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Liebe Heimat,

im Folgenden soll von unserer Reise in die peruanische Hauptstadt berichtet werden…

Station 1: Bereits erwähnte zweistündige Bootfahrt von der Isla del Sol nach Cobacabana.

Station 2: Eine vierstündige Busfahrt vom bolivianischen Cobacabana ins peruanische Puno. Wieder beste Plätze in erster Reihe, lediglich das leicht Fahrtwind-durchlässige Seitenfenster musste mit dem weltbesten Heftpflaster-Klebeband abgedichtet werden (Hier gilt ein besonderer Dank dem St. Elisabeth Krankenhaus Straubing)

Station 3: Gleicher Bus – anderer Platz. Auf der sieben Stunden Fahrt kam zum allgemeinen Pavianstall-Busmuff ein intensives Geruch- Konglomerat von der hinteren Sitzbank. Das ältere Pärchen scheint sowohl mit Coca-Seife zu baden als auch alle weiteren Hygieneartikel daraus zu fertigen.

Station 4: Eine kurze und knackige Taxifahrt vom Busterminal in Cusco zum Flughafen. (Zur Orientierung: Es ist jetzt 5 Uhr morgens und wir liegen sehr gut in der Zeit unser Flug geht um 8:05 Uhr)

Station 5: Flughafen Cusco. 8:05. Nebel. Die Frisur hält, aber die (Linien)-Flieger dürfen nicht landen. Keine Flieger aus Lima = keine Flüge nach Lima! Hier präsentiere ich DIE Stühle, die wir für die nächsten 5 Stunden unser zu Hause nannten:

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Als Entschädigung gab es am Abend dann von uns für uns typisch peruanische Ceviche Mixto – quasi sowas wie Sushi nur ohne Reis und Algen!

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Ich verbleibe mit küstigen Grüße