Kurz & knackig durch den Nebelwald

Liebe Heimat,

nach unserer Küstentour ging es an Tag 2  in den Urwald von Madeira. Sattest Grün soweit das Auge reicht. Sofern die Sicht nicht von mächtigen Nebelschwaden versperrt bleibt. Aber hi und da gab es doch einen Lichtblick 🙂

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Da die Auswahl an Rundtouren begrenzt ist, hatten wir uns eine etwas improvisierte Route herausgepickt. (An dieser Stelle schon einmal ein großes Lob an die tschechischen Anbieter von windymaps. Eine hervorragende Sammlung an Kartenmaterial, die uns sicher wieder zurück ans Auto gelotst hat.) Die erste Strecke war wir noch gediegen entlang einer Levada (nicht die letzte in diesem Urlaub) unterwegs. Leicht bergab und flotten Schrittes.

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Dann kam die Kehrtwende: Auf der zweiten Hälfte hieß es bergauf und weiter bergauf! Querfeldein und über Stock & Stein mit ein bisschen Abenteuer-Faktor.

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Kurzum eine sehr empfehlenswerte Tour – nach knapp 3 Stunden waren wir zurück und angemessen durchgeschwitzt. Aber heute waren wir vorbereitet und alle in passender Wanderkleidung unterwegs.

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Hier noch der Link zur Wanderung: http://walkmeguide.com/de/madeira/trail/91/ribeiro-frio-chao-das-feiteiras/

Ich verbleibe mit waldbegeistetern Grüßen

De geaibe Sau!

Liebe Heimat,

an unserem ersten Tag auf Madeira wollten wir es ruhig angehen lassen und für den Anfang den östlichsten Zipfel der Insel erkunden. Naiv gewandet in normaler Alltagskleidung wollte ich den „Spaziergang“ bestreiten. Äußerte sogar noch Zweifel als der zweite Teil unserer sehr exklusiven Reisegruppe doch tatsächlich „Funktionswäsche“ und Wanderschuhe anlegte. Aber nun gut – jeder so wie er meint.

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Am Startpunkt angekommen, sahen wir schon im 50 Meter Abstand die Wanderpärchen auf dem mit Teakholz ausgebauten Wanderweg vor uns herlaufen. Nach einer ersten Ernüchterung, dass wir überraschenderweise nicht die einzigen waren, die auf die Idee gekommen sind einer der TOP Wanderwege auf Madeira zu beschreiten, merkten wir schnell, dass wir noch ganz andere Herausforderungen zu bestreiten hatten. Bereits nach wenigen Schritten wurde uns klar, dass wir die Sonne und die damit einhergehenden Temperaturen vollkommen unterschätzt hatten. Schon bald stand uns der Schweiß auf der Stirn, der sich im Laufe der Zeit in Sturzbäche verwandeln sollte. Einzig der an manchen ungeschützteren Stellen aufbrausende Atlantikwind und kurze Verschnaufspausen, die uns die wenigen Schleierwolken gewährten, schafften etwas Abhilfe.

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Auch der Weg sollte nicht lange dieser gemütliche Spaziergang bleiben. Schnell wurde uns klar, dass uns hier ein fröhliches auf und ab entlang der Klippen erwartete. Zwar immer schön auf sicheren Pfaden, aber keineswegs auf sehr ebenen. Insgesamt 133 Stockwerke sollte es für uns an diesem Tag aufwärts gehen und die anfängliche „Gruppentour“ verwandelte sich in einen individuelle Herausforderung, bei der die anderen Teilnehmern allmählich zu reinen Referenz-, Motivations- und Demotivationsobjekten degradiert wurden. Und trotz der Anstregung – oder gerade deshalb – blieb uns ausreichend Zeit für Fotostops:

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Ganz oben angekommen blickten wir auf das östliche Ende der Insel und feierten den Aufstieg gebührend mit einem Keks nach Prinzenrolle Art.

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Ich verbleibe mit an Schottland-erinnerten Wandergefühlen!

Die Touri-Tour #1: Mama Bavaria

Liebe Heimat,

erst einmal einen Überblick verschaffen! Das war die Prämisse für unsere erste Touri-Tour in heimischen Gefilden. Und wie könnte das in der Landeshauptstadt besser gehen als im Kopf der Bavaria!

Eigentlich war es der Plan erst nach dem Aufstieg im Hohlkörper des bronzenen Wunderwerks zur verdienten Brotzeit in einen nahegelegenen Biergarten einzukehren. Doch ein leichtes Grummeln im Magen und der durch erste Sonnenstrahlen ausgelöste latente Bierdurst änderten diesen schnell. In diesem Sinne schon einmal PROST!

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Dannach erklommen wir bei perfektem Wetter die nahezu unzähligen Stufen. Was zu Beginn eine willkommene Abkühlung zu den schon recht hitzigen Frühjahrstemperaturen war, entwicklete sich mit jedem Schritt mehr und mehr zu einer 18 Meter hohen Sauna. Im Kopf oben angekommen, wurde auch schnell klar, warum immer nur vier Personen auf einmal die weltliche Patronin Bayerns „besteigen“ durften. Selbst das war schon kuschlig und die Gucklöcher waren mehr Luftlöcher, um das Überleben zu sichern:

 

Hier noch ein paar Fakten zur Bavaria: „Als eines der Wahrzeichen Münchens ist sie ein beliebtes Fotomotiv und ein Treffpunkt für Touristen. Sie wurde zwischen 1843 und 1850 vom Münchner Künstler Ludwig Schwanthaler im Auftrag Ludwigs I. entworfen und aus Bronze gegossen – eine technische Meisterleistung.“ Weitere Informationen (zum Beispiel wie viel eine Tour in den Kopf kostet) gibt es unter http://www.muenchen.de/sehenswuerdigkeiten/orte/120453.html

 

Hinter der Bavaria steht die Ruhmeshalle. Der Kolossalbau beheimatet Büsten bedeutender Bayern wie etwa von Schriftsteller Ludwig Thoma, Komponist Carl Orff oder Maler Albrecht Dürer.

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Ich verbleibe mit bayerisch-historischen Grüßen

Schiffe verstecken am Loch Lomond

Liebe Heimat,

es ist unser erster Tag im wunderschönen Schottland. Nachdem es anfänglich mit gemischten Gefühlen die „falsche Straßenseite“ entlang ging, haben wir uns wacker bis nach Balloch am Loch Lomond durchgeschlagen. Von hier aus wollten wir mit dem Schiff übersetzten und ein Stück auf dem berühmten West Highland Way wandern – soweit, so der Plan. Nur blöd, wenn einem das freundliche Personal dann am Ticketverkauf mitteilt, dass es eine solche Tour hier nicht gäbe (zumindest war das die Quintessenz, die wir uns aus den wenigen Brocken, die wir verstanden hatten, zusammengereimt hatten). Zurück im Hotel verschaffte ein verwirrter Blick in den Reiseführer Klarheit: Wir waren am falschen Hafen.

Nun gut, dann also keine Wanderung. Dafür hatten wir uns nun aus dem Flyer, den uns die nette Lady mitgegeben hatte, die zweistündige „Island Explorer Tour“ herausgepickt. Nächste und letzte Fahrt 15.00 Uhr – wir also pünktlich wieder ab Richtung Hafen, nur um dort ein völlig verwaistes Verkaufshäuschen vorzufinden. 14.45 Uhr und keine Lady weit und breit in Sicht. Auch die Auskünfte des benachbarten Speedboat-Verleihs gaben keine rechten Aufschlüsse. (Er meine nicht, dass heute noch ein Schiff hier ablegen würde oder würden wir hier eines sehen. Wir sollen doch um 3 noch einmal kommen.) Aber sein Ton verriet schon, dass wir uns nicht allzu großes Hoffnungen zu machen sollten.

Also machten wir uns auf zumindest den alten Raddampfer der vor Anker lag zu besichtigen. Spannend geht anders… Es entging uns allerdings nicht, dass es scheinbar neben der Hafenbucht einen weiteren Kanal gab in dem kleine Boote und Schiffe anlegten. Nach einer kleinen Erkundungstour mussten wir leider feststellen, dass es sich hierbei um rein private Stege handelte, die mit entsprechenden Schutzvorrichtungen abgesperrt waren. Endgültig entmutig tapsten wir durch den anliegenden Park. Bis wir plötzlich durch die Bäume ein entsprechend großes Ausflugsschiff erspähten – eben genau solch eines wie wir es auch schon auf dem Flyer gesehen hatten. Zu Fuß nahmen wir die Verfolgung auf. Vorbei an den privaten Stegen passierten wir eine verschlossene Tür nach der anderen – die Schiffsfahnen zwischen den Baumwipfeln immer fest im Blick bis wir endlich fast zeitgleich an eine große Anlegestelle ankamen – inkl. Tickethäuschen! Mit unseren tatsächlichen Last-Minute-Karten betraten wir gerade noch so das Schiff und ab ging es! Natürlich war es längst nach 15 Uhr und so konnten wir nur noch an der einstündigen Schnupper-Tour mitfahren, aber das war in Ordnung! Der Triumph überhaupt noch auf das Deck eines Schiffes zu kommen war und Lohn genug!

 

 

Und wie sollte man einen solchen Nachmittag besser abschließen, als mit einem ordentlichen Fish & Chips Teller und einem (oder auch zwei) Pint Strongbow!

 


Ich verbleibe mit Ahoi!

Einen Saunagang in Ehren, kann keiner verwehren!

Zu Gast in einem Wellnesshotel, das sehr abgeschieden und nur fast am Jadebusen liegt, habe ich gelernt… (es folgt eine Bildergeschichte)

…dass sich ein 10 Kilometer-Fußmarsch, der zu fast 50% geradlinig auf dem Radweg entlang einer Bundesstraße verläuft, sehr langwierig und frustrierend sein kann – vor allem wenn sich das Meer dann hinter dem Watt versteckt und der regennasse Strand nahtlos darin übergeht, sämtliche Strandkörbe bereits eingewintert sind und Nebel / Nieselregen die komplette Sicht trübt!

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…dass manche Situationen nur ein gutes Krabbenbrötchen retten kann!

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…dass man am nächsten Morgen am Frühstücksbuffet sehr wohl die Saunagänge der Vortag Revue passieren lässt (z.B. „Der alte Mann der kein Handtuch unterlegt“ oder „der Angeber, der 25 min in der 90 Grad Sauna aussitzt und damit anderen die begehrten Plätze in den unteren Reihen versperrt, welche sich deshalb wiederum in den oberen Rängen fast die Knie verbrennen“)

–> aus Gründen der Diskretion sind an dieser Stelle selbstverständlich keine Bilder zu sehen! (Ich bitte um Verständnis – es ist wirklich besser so!)

…dass es den drei heiligen Bs– Bett, Bademantel & Burger – zu huldigen gilt!

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…dass ein begehbarer Kleiderschrank mit automatischem Licht äußerst praktisch ist.

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…dass aber ein Doppelbett bestehend aus zwei Einzelbetten auf glattem Boden / Untergrund sehr unpraktisch ist!

…dass Kühe unfassbar laut Gras essen!

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…dass nur weil Siri das sagt eine Tür durch eine Schutzwand, welche mit einem gelben Blitz und den Worten „Achtung Lebensgefahr – Bahnbetrieb“ gekennzeichnet ist, nicht zwangsläufig auch durchschritten werden sollte  🙂

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…dass die sogenannte „Bumskopf-Semmel“ aka Schokokuss-Brötchen an jedes gut sortierte Frühstücksbuffet gehört!

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Moin, moin!

Liebe Heimat,

unsere Reise in den hohen Norden führte uns erst einmal zu den Fischköppen nach Hamburg. Für umgerechnet nen Appel und n’Ei brachte uns der damit äußerst kostengünstige ICE des Nächtens in die wunderbare Hansestadt an der Elbe. Günstig nahe der berüchtigten Reeperbahn gelegen, ähnelte das Hotel wie so vieles in Hamburg einem Schiff mit Bullauge, Kajüte & Co.

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Nach einer Mütze voll Schlaf machte wir uns mit Hunger und dem Wunsch in Wassernähe morgendlich zu speisen auf gen Hafen. Da außer dem „Eier Karl“ (der von uns liebevoll auch Eier Charlie genannt wurde) und dem Hard Rock Cafe nichts gastronomisches gefunden werden konnte, der Fischmarkt außer sonntags nur ein nach Pisse stinkender Stellplatz für Wohnmobile ist und auch ein Ausflug durch den „Alten Elbtunnel“ nicht den gewünschten Erfolg brachten, stiegen wir kurzer Hand gleich stilecht mit Backfisch und einem frisch Gezapften ein.

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Der anschließenden Fußbegehung des Zentrums (laut Aktivitätstracker haben wir immerhin rund 10,81 Kilometer zurückgelegt) folgte eine Schipperfahrt über die Binnen- und Außenalster. Der eher mäßig motivierte Kapitän und Reiseführer – welcher nach eigenen Angaben dazu auch noch mit einer schlimmen Erkältung zu kämpfen hatte – tat mit seinen Stimmungsschwankungen sowohl gemütstechnischer Art als auch in der Betonung seiner Ausführungen sein Übriges dazu um den besonderen Hamburger Flair zu vermitteln.

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Eine Runde Heißgetränke und einem erbitterten Kniffelmatch im Thämer’s später ging es mit dem festen Vorsatz nach einem kurzen Power-Nap den Kiez unsicher zu machen zurück ins Hotel. Der Ausflug wurde dann allerdings aufgrund der Annahme, dass montags wohl nicht der sprichwörtliche Teufel los sein wird, auf den nächsten Abend verschoben. In der Konsequenz dienten uns daher die von der Anreise noch übriggebliebenen Weingummis als ausgewogenes Abendmahl!

Dafür sehr zu empfehlen war aber das durch die morgendliche Internetrecherche entdeckte Kaffee Stark in der Nachbarschaft. Sehr köstlich, reichlich und geschmacklich mal was anderes auf dem Frühstücks-/Brunchtisch. Neben Currypaste, Erdnussbutter, Honig-Feigen-Senf & Co gilt es besonders den gräulich anmutenden Aufstrich hervorzuheben, der uns auf Nachfrage als veganer Aufstrich nach Art „Pfälzer Leberwurst“ vorgestellt wurde. Laut Koch freut sich ein Veganer wohl nicht unbedingt über den recht authentischen Leberwurst-Geschmack, aber er fände ihn legger 😉

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Frisch gestärkt mieteten wir uns auf einen sogenannten Hop-on-hop-off-Bus ein, um Hamburg noch einmal professionell begleitet zu erkunden. Zugegebenermaßen machten wir von dem hop-on-hop-off-Angebot eher spärlich Gebrauch und ließen uns vielmehr bequem durch die Straßen shutteln.

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Lediglich als wir am Ende an den Landungsbrücken ausstiegen hoppten wir von Fischbrötchen-Stand zu Fischbrötchen-Stand zurück zur finalen Fischbrötchen-Station beim bereits erwähnten Eier-Charlie. Persönlicher Tipp: Fischbude auf dem Parkplatz vor dem Alten Elbtunnel!

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Perfekt eingestimmt mit dem James-Bond-Klassiker „Der Morgen stirbt nie“ ging es dann abends passenderweise zur Einkehr in die polnische Gaststätte „Bei Teresa“. Es galt die von einer Vielzahl von Vorbesuchern angepriesenen Bratkartoffeln zu testen… Wie der Abend dann auf der Reeperbahn weiterging vermag kein Mensch zu sagen:

a) Im absoluten Kartoffeldelirium sind wir Bei Teresa versackt!
b) Nach einer durchzechten Nacht hängt nun ein Ehrenbild in „St. Paulis Eck“!
c) Eine anfliegende Erkältung trieb uns zurück in die Federn!
d) Das leichte Mädchen Helena erzählte uns ihre Lebensgeschichte, worauf ich erneut die EMMA Petition gegen Prostitution unterzeichnen wollte!

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…Und so war die Zeit in Hamburg auch schon wieder schneller rum als einer „Moin, moin!“ um acht Uhr abends sagen kann. Mit Astra-Bier, Käse, Brot & Mentos im Gepäck, zogen wir am nächsten Morgen aus um das Faulenzen zu lernen!

Ich verbleibe mit fischigen Grüßen

Derfs a bisserl mehra sa…

Liebe Heimat,

am frühen Morgen beobachteten wir von unserem Balkon aus (ich weiß nicht, ob ich schon erwähnt hatte, das er mit Meerblick war) wie bereits die Ersten vorm Frühstück einige Liegen mit ihren Handtüchern belegten. Da wir – abgesehen von einer Gruppe junger Österreicher, einer seltsamen Konstellation aus Briten und einer Multi-Kulti-Formation aus einer Französin und zwei Herren, die wir nicht so ganz einzuordnen wussten – die einzigen Nicht-Albaner im Hotel waren, kann es sich also nicht um ein rein deutsches Phänomen handeln.

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Beim Frühstück hieß die Devise dann wieder beobachten & lernen. Ausgestattet mit Saft, Milch und einem recht deftigen Mahl bestehend aus zwei fettig heraus-gebratenen Spiegeleiern, Fetakäse, Würstchen, Honig, Marmelade und einem Korb Weißbrot vermissten wir nur den Kaffee. Deshalb an dieser Stelle der Hinweis an alle zukünftigen Albanien-Reisenden: In Albanien bekommt man alles, man muss nur danach fragen. Nach einer kleinen Frühstücksgesellschaftsstudie taten wir es unseren Mitessern gleich und orderten ebenfalls speziell beim Kellner Espresso & Mineralwasser. Für eine später hinzugekommene Großfamilie gab es in puncto Sonderbestellungen quasi kein Halten mehr – vom Obstteller über Frischkäse und Cornflakes bis hin zu Cappuccino und Nutella erfüllten die Ober jeden Wunsch der Meute. Mit dem zusätzlich errungenen Wissen bestellten wir uns am nächsten Tag gleich zu Beginn Kaffee & Wasser und einen Teller mit Tomaten – natürlich wurde hier wieder maßlos auf albanischer Seite übertrieben und so erreichte uns ein Teller mit einem Gupf aus Tomaten, Gurken und Oliven, den wir aber genauso selbstverständlich ratzeputz aufaßen.

Aber eins nach dem anderen. Zurück zu Tag 1, der offiziell als Strandtag deklariert wurde. Somit war unser oberstes Ziel nichts zu tun außer faul zu sein und uns gelegentlich im kristallblauen Wasser abzukühlen. Diesen Plan ließen wir auch nicht von Juri auf der Nachbarliege durchkreuzen – einem schätzungsweise 3-Jährigen verzogenen Bub mit dem Organ eines Tubaspielers und der Frequenz einer Seemöwe. Schlichtweg nicht unser Problem – Sonnenverdeck runter und Urlaubsmodus on 🙂

Pünktlich zur albanischen Regenzeit brachte uns ein Kassensturz dann aber auch die Erkenntnis, dass wir zwar noch ausreichend Bargeld für eine Übernachtung hatten, aber nicht für zwei. (Wir waren irgendwie tatsächlich etwas überrascht, dass uns die 105 Euro vom Flughafen nicht den ganzen Urlaub reichen würden.) Also unterbrachen wir zur späten Mittagsstund das Sonnenbaden für einen monetären Beutezug.

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Nach einem recht langen Fußmarsch – der durch die begeistert, hupenden Autofahrer nicht unbedingt erfreulicher wurde, kamen wir im gelobten Raiffeisen-Land an. Zur Feier der wieder erlangten Liquidität gönnten wir uns einmal mehr ein vorzügliches Sandwich für quasi kein Geld.

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Als zusätzlichen Entertainment-Faktor wohnten wir dem Ende einer Familienfeier, die wohl im benachbarten Partyraum stattgefunden hat. Und wie wir aus unseren klugen Reiseführer erfahren haben nutzen Albaner jede noch so kleine Gelegenheit mit der Familie zu zelebrieren. So fiel nach und nach der besoffenen Rest im feinsten Zwirn aus der blickdichten Tür bis schlussendlich der Gastgeber mit dem Wechsel eines dicken Bündel Geldscheinen an unseren Sandwich-Bar-Besitzer einen Endpunkt setzte. Abgeleitet von einer äußerst repräsentativen Hochrechnung unsererseots gehen wir von einem umgerechneten Gegenwert von 80 Euro aus. Zusätzlich der herzlich gemeinten Umarmungen und Küsschen unter Männern – man versteht sich.

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Eingedeckt mit verschiedenen Sorten Bier für das abendlich geplante Tasting und einem Kilo Kirschen, das wir am Straßenrand erstanden hatten, ging es dann wieder zurück Richtung Hotel. Besonders auf den Kirschenkauf waren wir mächtig stolz. So herrschen doch im albanischen Marktbusiness andere Regeln und Gesetze bis hin zur eigenen Währung. Wenig verwirrend: Die Dandler nennen die Preise in der nicht mehr gültigen Währung von früher, die ein 10-faches der aktuellen Lek war / ist, verlangen aber natürlich den jetzt gültigen Währung. (Kurz ein Beispiel zur Veranschaulichung: 1 Kilo Kirschen – Dandler sagt: 2.000 ALTE LEK – Kirschen kosten: 200 LEK) Natürlich wussten wir dank unserer Reisebibel längst um diesen Umstand!

Da Blitz und Donner noch mindestens 5 Elefanten entfernt waren und es erst langsam anfing zu regen, setzten wir unseren Strandtag in völliger Einsamkeit fort – gut, abgesehen von der Familie, die zu viert das Maximal-Gewicht eines 12 Personenaufzugs erreichen würden und ihre Körper in der Brandung treiben ließen. In der Gunst der Stunde fassten wir den Mut und bestiegen den von uns benannten Teufelsfelsen, mit welchem wir seit unserer Ankunft liebäugelten und nun endlich wagten uns zu nähern.

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Euphorisiert vom Sprung in die Tiefe huschten wir noch tropfnass durch die Hotelflure in der Hoffnung unbemerkt in unser Zimmer zu gelangen – was angesichts der Pfützenspur zugegebenermaßen etwas naiv war. Hingegen unserer Erwartungen empfing uns dann leider auch kein wohl klimatisierter Raum, sonder vielmehr die Tatsache, dass die Klimaanlage den Geist aufgegeben hatte – und noch schlimmer der Kühlschrank die Biere nicht mehr kühlte. Eins und eins war schnell zusammengezählt: Es musste am Strom liegen! Die Erinnerung an den Sicherungskasten im Flur brachte auch eine baldige Lösung. Durch ein präzises Ausschlussverfahren der Fehlerquelle eruierten wir ganz nach dem Motto „Selbst ist die Frau“ das Problemkind und brachten im Handumdrehen Kühlschrank und Klima wieder zum brummen.

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Irgendwie immer noch satt vom Frühstück dienten uns die Krischen und ein Päckchen Cracker mit Tomatengeschmack als Abendessen, das wir im Sonnenuntergang auf unserem Balkon genossen. Im anschließenden Beertasting mit Partymusik setzte sich das Kastelberg sowohl im ersten Schluck und in der Geschmacksnote sowie auch in der der Süffigkeit und im Abgang gegen seine Konkurrenten durch. Wir gratulieren zum Sieg und bedanken uns für den schönen Abend!

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Ich verbleibe mit angedüdelten Grüßen

Hop on hop off – der Weg ist das Ziel!

Liebe Heimat,

ausgesetzt inmitten von Tiranas Zentrum galt es nun die im Reiseführer grob markierten Abfahrtspunkte nach dem richtigen Bus abzuklappern. Unser erster Versuch Nahe des Mutter-Teresa-Platzes (in Albanien ist quasi alles, aber wirklich alles, nach ihrer heiligen Nene benannt) war zwar nicht gleich ein Treffer – aber auf Umwegen. So organisierten die umstehenden Fahrer sofort einen englisch sprechenden Kollegen um uns adäquat Auskunft geben zu können. Nachdem sich der Sammelplatz für die Busse gen Süden an der Kreuzung „Dezember 21“ und damit wieder in einer ganz anderen Himmelsrichtung befand, beschlossen wir spontan die Vermittlungsdienste noch einmal für die Beschaffung eines Taxis zu nutzen.

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Perfekt getimt zur Abfahrtszeit – denn obwohl die Überland-Busfahrten mit Hilfe von einzelnen Privat-Anbietern abgedeckt wird – werden die „Fahrpläne“ bzw. vielmehr die Fahrrhythmen und -turnusse penibel genau eingehalten. Wie Marktschreier preisen die Transporteure ihre Routen und Gefährte an und versuchen möglichst viele Passagiere ins Wageninnere zu locken. Als Ergebnis einer ausgiebigen Musterung der Busse entschieden wir uns schließlich für einen recht komfortablen Reisebus nach Vlora. Nach dem wir mit Händen und Füßen zu Verstehen geben hatten, dass wir uns gegenüber noch mit Proviant versorgen, ging es mit dem billigsten, guten Sandwich, das wir je gekauft haben, im Gepäck auf große Menschen-Einsammeltour. Denn zwischen Start- und Endpunkt der Fahrt war die gesamte Strecke sozusagen eine einzige lange Haltestelle für Aus- und Zustiege. Lediglich ein kurzes auf sich aufmerksam Machen wie etwa durch ein Handheben oder sich auf Höhe der Hintertür in den Gang Stellen reichte und der Reisebegleiter stelle sicher, dass die nächste auch nur annähernde Möglichkeit zum Halten genutzt wurde. Auch der Zahlungsvorgang mit einem Bündel Scheinen in der Hand und ohne Ticket wurde recht unbürokratisch abgehandelt. Aber bei einem Preis von umgerechnet 3,50 Euro pro Person wollen wir hier einmal nicht so sein.

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In Vlora angekommen, versuchten wir uns im spärlichen Schatten eines Straßenschildes zu orientieren. Allerdings befand sich die Endstation leider nicht auf der zugegebenermaßen recht minimalistischen Karten aus dem Reiseführer. So verbrachten wir die erste Zeit nach unserer Ankunft damit das Meer zu finden. In die Irre geführt von Ständen mit Badeutensilien und dem vermeintlich zwischen den Häuserreihen hervorblitzende Horizont war es zwar nicht der direkte Weg, aber die Freude über das Erreichen des Ziels dafür umso größer. IMG_6217 IMG_6221

Mit Lust auf eine kleine Erfrischung schafften wir es in einem Café am Hafen doch noch zwei Cola zu bestellen, nachdem die absoltue Ratlosigkeit des Kellners auf die Frage nach dem „menue“ uns bereits an unserem und seinem englisch hat zweifeln lassen. Erst der uns schon sehr liebgewonnenen Reiseführer erklärte uns dann, dass es in Albanien häufig keine Speisekarten gibt, sondern man entweder Stammkunde ist und weiß was es gibt oder aufs Geratewohl bestellt wird. Vom Reiseführer erfuhren wir auch, dass die schönsten Strände und Buchten südlich die Küste hinunter lagen.

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Da es zwar Linienbushaltestellen gab, die aber statt mit Fahrplänen nur ausgiebig mit Werbebanner zugeklebt waren, versuchten wir unser Glück allein. Was mit Blick auf den von Baggern und Lastwägen übersiedelte Stadtstrand aller Wahrscheinlichkeit nach ein langer Fußmarsch werden würde. Erfreuliche Abwechslungen am Wegesrand (siehe oben) und die stetige Verbesserung der Strandsituation lies uns Kurve um Kurve nehmen bis wir schlussendlich zu einem Hotel mit dem klangvollen Namen Nimfa kamen. Nach einem kurzen Plausch an der Rezeption waren wir uns ziemlich sicher, dass wir nun ein Doppelzimmer mit Meerblick inklusive Frühstück für 40 Euro pro Nacht gebucht hatten – mit der Option am nächsten Tag um eine Nacht zu verlängern. Alles „no problem“.  

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Nach einer Erfrischung im kühlen, klaren Nass und ein paar Sonneneinheiten am hoteleigenen Strand, machte sich dann doch bemerkbar, dass wir außer dem morgentlichen Sandwich und einem 1-Euro-Snack mit einer seltsamen roten Sauce für unterwegs auf die Hand den ganzen Tag nicht gegessen hatten. Also gingen wir auf Futtersuche. Fast schon wie die Einheimischen erspähten wir mit unserem neugewonnen Kennerblick immer sofort die am besten zu begehende Straßenseite, denn Bordsteine hatten hier einen hohen Seltenheitswert. Wie zwei aufgeschreckte Kaninchen huschten wir auf die jeweils sichere Seite in den „Save-Heaven“. Der Zick-Zack-Kurs schien auch einem dahergelaufenen Hund großen Spaß zu machen, da er uns auf Schritt und Tritt folgte. (Wir haben wohl eine gewisse Anziehungskraft was herrenlose Vierbeiner betrifft http://on.fb.me/1JB581k )

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Weil wir wenig Lust hatten uns bei einem Aperol-Spritz das Champions League-Finale anzusehen, suchten wir aus der „Schick-Micki-Bar“ mit den weißen Lounge-Möbeln schnell wieder das Weite und landeten dann zufällig in einem familiengeführten Ess-Etablisement. Eigentlich wollten wir nur eine frische Fanta to-go kaufen, doch das vom Sohn des Hauses angepriesene „grilled vegetable“ verführte uns zum Bleiben.

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Selbstredend gab es auch hier keine Speisekarte und so kam es, dass wir aus Hunger und Gier zu allem was der Bub uns vorgeschlagen hat Ja und Amen sagten. Also trug er auf und trug auf und trug auf und wir aßen und aßen und aßen bis alles aufgegessen und die Sonne gänzlich untergegangen war. Knusprig gebratenes Brot, ein selbstgemachter, Zaziki-ähnlicher Dip, fritierter Feta-Käse, frische Kartoffelschnitzen, bunter Salat, gebratener Seebarsch, gemischten Obstteller… um nur einige unserer Gänge zu nennen.

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Das ganze kostet summa summarum insgesamt umgerechnet 20 Euronen inklusive eines halben Liter Weins und quasi einer Wasserflaschen-Flatrate. Dannach knipsten wir noch für die nötige Verkehrssicherheit die Handytaschenlampen an und rollten zurück ins Hotel, wo wir im klimatisierten Zimmer in einen tiefen Schlaf versanken.

Ich verbleibe mit heißen Sohlen, aber ergebnisglücklichen Grüßen!

PS: Wir haben sogar einen DELPHIN gesehen!!!

Unbekannte Schöne – wir eilen zu dir!

Liebe Heimat,

nachdem wir uns überpünktlich am Flughafen eingefunden hatten, beschränkte sich mit Online-Check-In und lediglich einem „Reisesackerl“ als Gepäck das Vorflug-Prozedere auf den Sicherheitscheck (den wir trotz gefühlt tausend Mini-Sonnencremen und noch einmal soviel Apres-Sun-Lotionen, schließlich ist weithin bekannt welche Abzocke-Preispolitik für Sonnenschutz in südlichen Ländern herrscht, mit Bravur bestanden) und das Warten am Gate (was wir mit dem literweisen Konsum von Lufthansa-Gratis-Heißgetränken überbrücken). Ausgestattet mit zahlreichen Exemplaren der ebenfalls frei zur Verfügung stehenden Ausgaben verschiedenster deutscher und internationalen Tagesprint-Medien – schließlich stand uns ja eine lange Nacht bevor – ging es dann in den Flieger für unsere erste Etappe nach Wien.

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Mag sein, dass es daran lag, dass uns ein kleines Becherchen Weißwein und die allgemeine Reiseeuphorie – wären wir eine große Gruppe gewesen, wir wären unerträglich gewesen – ins Sphären geschossen hatten, wo einfach alles oder jeder lustig ist, dennoch sind wir immer noch der Meinung, dass jener Satz, den unser Pilot bei der Ankunft gesagt hat, der wohl lustigste Satz war den je ein Pilot gesagt hat.

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Ich zitiere:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten Sie noch um etwas Geduld. Wir sind anscheinend so schnell von München nach Wien geflogen, dass der Flughafen dermaßen überrascht war und es noch nicht geschafft hat eine Treppe zum Ausstieg zur Verfügung zu stellen.“

Nach etwas Wartezeit in der Family-Fun-Zone und einem erbitterten Kampf mit einem garstigen Automaten, der partout unseren 5-Euro-Schein nicht nehmen wollte (auch gewaltsamen Zurückdrücken und Zuhalten den Rückgabe-Spaltes brachten nicht das gewünschte Ergebnis) ging es weiter. Da die Strecke mehr Start und Landung als tatsächlicher Flug war, mussten wir unserer „Cola-küsst-Orange“Getränke-Kombo ununterbrochen im Faustgriff halten, wenn wir nicht wollten, dass sie sich todesmutig über die Kerbung des Klapptischen stürzten.

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Und dann war es soweit – bei angenehm lauen Temperaturen empfing uns das mitternächtliche Tirana. Vorbei am streng drein blickenden Zollbeamten, der sich doch noch als wahrer Familienfreund entpuppte – wenn auch gut getarnt – begrüßte uns hinter der Kontrolle gleich der Raiffeisen-Bankautomat mit seiner süßen Verheißung von Liquidität. Nach kurzen Situationsstudien wagten wir uns schließlich auch an das Gerät und waren ehrlicherweise auch hocherfreut über die deutsche Sprachoption auf dem Startbildschirm – nur nicht überstürzen. Von den sehr großen Zahlen mit den vielen Nullen, die wir spontan nicht durch 140 teilen konnten, dann doch etwas irritiert und leicht überfordert, entlud sich der auf uns lastende Druck dann in einem hysterischen Tippen auf die Bestätigungstaste, als uns der Automat (begleitet von einem immens schrillen und lautem Piep-Ton fragte, ob wir noch mehr Zeit benötigen würden. Das sich zwischenzeitlich auch noch eine Schlange der besagten streng drein blickenden Zollbeamten hinter uns gebildet hatte, wählen wir einfach aufs gerade Wohl eine Summe aus, die uns annehmbar erschien, um dann im Nachhinein festzustellen, dass wir lediglich 35 Euro abgehoben hatten. Also alles noch einmal von vorne… diese Mal allerdings besser vorbereitet und so gelang es uns ohne weitere Zwischenfälle eine gesamt Summe von umgerechnet 105 Euro zu ergattern. (140 Lek = 1 Euro)

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Die Futtersuche hatten wir vorausschauend in Wien abgewickelt, weshalb es nun nur noch galt einen passenden Schlafplatz zu finden. Dieser war mit einer Sitzecke, wo sich bereits andere Durchreisende niedergelassen hatten alsbald auserkoren. Eingekuschelt in unsere mitgebrachten Schlafsack-Inlays und mt dem gesamten Hab & Gut unter dem Kopf schlief es sich sehr gut. Wir ließen uns auch durch das hektische Treiben an den Check-In-Schalter zu frühen Morgenstunden nicht stören und teilten unser Bettchen am Fußende dann und wann auch gerne mit einem Sitzplatz-Suchenden.

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Von der Sonne wach geküsst, genehmigten wir uns ganz im Lamalo-Stil zwei Espresso am Morgen und checkten die allgemeine Buslage aus.

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Zwar wurden wir gleich fündig, allerdings handelt es sich um den Transferbus für das Flughafen-Personal. Doch wir schnell feststellen durften , ist in Albanien alles „no problem“ und so fanden wir uns grinsend wie ein Honigkuchen-Pferd (wie auch immer das grinst) eine Stunde früher als regulär geplant auf dem Weg gen Zentrum!

Ich verbleibe mit gespannten Grüßen!

Albany oder Albania?!

Liebe Heimat,

zurück aus Aaaalbany (interner Witz) folgt in Bälde ein Nachbericht. Doch da es im Vorfeld einige Zweifler und kritische Stimmen gab, sollen erste zusammenfassende Worte die detaillierten Tagesberichte der Reise einleiten:Als ersten wollen wir eine Lanze für das Land brechen – hingegen aller Bedenken & Gerüchten Albanien würde nur aus Räuber und Gangster, Gauner und Verbrecher bestehen, haben wir uns während der gesamten Zeit nicht auch nur eine Minute unsicher oder unwohl gefühlt (außer wenn unsere Haut von der Sonnencreme wieder ganz pappig war 😉 ) Zugegebenermaßen hat zu Beginn alles schon sehr chaotisch und unorganisiert auf uns gewirkt, aber wenn man erst einmal verstanden hat, dass die Albaner mit Kopfschütteln „ja“ und mit Nicken „nein“ meinen und es oftmals einfach keinen Busplan oder keine Speisekarte gibt, sondern alles auf Zuruf FUNKTIONIERT, kommt man eigentlich sehr gut klar. Zwar hat sich uns die albanische Sprache nicht so recht erschließen wollen, doch mit Händen und Füßen bestritten wir die Kommunikation bestens und konnten mit einem „faleminderit “ – also einem „Danke“ – zahlreichen Verkäufern, Busfahrern und Kellnern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Einzig die immense Dichte der self-made-Autowaschanlagen ist uns ein Rätsel geblieben.

Allen zukünftigen Albanien-Reisenden, die von den anschließenden Erzählungen zu einer Unternehmung in das Land inspiriert werden, sei geraten die Hose mit Gummizug einzupacken, denn die vorzüglichen Straßen-Snacks sind sehr preiswert und verführen an jeder Ecke – auch wenn man eigentlich keinen Hunger hat! Und sollte jemanden doch einmal das Heimweh packen, dürften ihm das allgegenwärtige Emblem der Raiffeisenbank, die zahlreichen Mercedes, VW und BMW Auto- und Zubehörhändler sowie das Dr. Oetker Knuspermüsli in den Supermarkt-Regalen darüber hinweg trösten. Ach, und liebe Männer: Lasst euch nicht von der konsequenten Taschenmode der albanischen Herren irritierten 🙂

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Ich verbleibe mit begeisterten Grüßen – mirupafshim!