Wie in der Punicha-Werbung!

Liebe Heimat,

nach all dem vielen Umhergereise und Angeschaue haben wir Ika bzw. Huacachina als unsere letzte Station in Peru ausgewählt. Bevor ich nun lange mit Worten schweife, sollte eine kleine Bildauswahl unsere Beweggründe hierzu mehr als verdeutlichen und die vierstündige Anreise im peruanischen Pendlerbus durchaus rechtfertigen:

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Aber uns hat nicht mein markerschütternder Piano-Riff-Klingenton (einige wissen wovon ich spreche) um 3.25 Uhr aus unseren süßen Träumen gerissen, damit wir dann in der Wüste ein Tages-Nickerchen machen. Wir hatten noch GROSSES vor. Nach besagtem Päuschen gings rein in den Buggy und rauf auf die Dünen. Persönlich chauffiert von „Morgan Freeman“.

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Schnell entwickelten sich die gemächlichen Kurven durch den Sand in eine Achterbahnfahrt OHNE Schienen. Ich bin mit den physikalischen Gesetzen nicht mehr so vertraut, habe aber während der Tour fest gehofft, dass unser routiniert wirkender Fahrer sich seiner Sache hierzu sicherer ist oder zu mindest auf einen großen Schatz an Erfahrung zurückgreifen kann. An der anvisierten Zieldüne angekommen, haben wir uns als wahre Sportler ersteinmal gedehnt und zugegebendermaßen ein kleines Wüsten-Foto-Shooting darausgemacht (Heidi 2015 – sind wir dabei!).

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Ausgestattet mit einem handelsüblichen Snowboard – nur statt mit Bindung mit etwas angefieselte Stoffgurten – ging es dann bäuchlings rasant den Hang hinunter. Zwar beeindruckte von oben der steile Anfangspart mehr doch, die wahre Krux war das dezent hugelige Ende. Fest ans Brett gepresst konnten wir einige, aber nicht alle „Bounzer“ abmildern, daher werden wir für die nächsten Tage wohl definitiv ein kleines Andenken auf Hüfthöhe tragen.

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(Mit Hilfe des grünen Pfeils wurde im Bild oben die „Talabfahrt“ gekennzeichnet, welche untyischerweise den Steigungsgrad einer dunkelroten bis schwarzen Piste hatte.)

Aber wie heißt es so schön Ende gut – alles gut!

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Ich verbleibe mit sandigen Grüßen

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Ui ui – Cuy, cuy…

Liebe Heimat,

Lima wollte natürlich nicht nur auf die Qualität seiner servierten Meeresfrüchte-Speisen hin unter die Lupe genommen werden. Daher haben wir uns am nächsten Morgen (also eigentlich am Mittag, aber um aufs gefühlte südamerikanische  Zeitlevel zu kommen, sind immer mindestens zwei Stunden von der tatsächlichen Uhrzeit abzuziehen) gleich einmal einer „Free Walking Tour“ angeschlossen.

Also zuerst mit der Metro, die eigentlich ein Bus ist, ab in Richtung Zentrum – pünktlich zur Wachablöse vor dem Präsidenten-Palast. Weniger aus Tradition als viel mehr für die Touristen wird hier ein wahres Brimborium in vier Akten veranstaltet. Musikalisch untermalt mit den Evergreens der Opernszene wie „O Fortuna“ (was besonders mein Herz erwärmte) schreiten die Herren anmutig in einer Art Slowmotion Can-Can über den Platz. (Anbei grafisch hervorgehoben)

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(Anmerkung der Redaktion: der Platz ist nicht immer so leer. Aufgrund einer parallel laufenden Demonstration in nahegelegen Straßenzügen war er allerdings bestens gehütet durch zahlreiche quasi identisch aussehende Policia-Männer und wurde daher nur von Touristen aufgesucht.)

Da es von einer Stadtführung ja immer sehr viel zu erzählen gibt, folgen anschließend einige Bilder:

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(Die Santa Rosa de Lima – passenderweise im dezenten Lachston gehalten – wurde wie der Name schon sagt einer gewissen Rosa gewidmet, deren Gebeine auch im Kircheninneren aufgebahrt sind. Sie hat die Kirche mutig vor „tigers“, „fire“ oder „pirates“ verteidigt. So ganz genau haben wir unseren Guide da nicht verstanden.)

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 (Schöner Platz – möglicherweise auch der Hauptplatz aus der anderen Perspektive)

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(Größte Kirche in Lima)

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(Ich beim etwas missratenen Posing vor der größten Kirche in Lima – und ja das ist eine Jogging-Hose, weshalb wir an diesem Tag desöfteren als Gringas -> Amis bezeichnet wurden)

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(Ausgegrabener Marktplatz)

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(Literaturhaus u.a. mit der Ausstellung des Literaturpreisträgers aus dem Jahre 2010)

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(Markthalle mit etwas unstabilen Bodengittern, die unter uns zwei Prachtfrauen schon gefährlich weit nachgegeben haben.)

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(Chicha – des Peruaners liebstes Maisgetränk, das ich nur für muy dulce halte!)

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(Eine der nicht so schönen Seiten Limas)

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(Auf dem Weg zum San Cristobal – auffällig viele Städte in Südamerika haben einen Berg auf dem eine Art Jesus-Verschnitt wie in Rio de Janero steht. Manchmal ist es eine Maria, manchmal einfach nur eine Statue oder wie im Falle Lima ein Kreuz.)

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(Es ist ein wirklich sehr großes Kreuz – und wirklich nicht ganz einfach in seiner Gänze auf ein Bild zu bekommen.)

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(Wäre es nicht neblig, würde man jetzt hinter uns die weite Stadt sehen und am Horrizont das Meer – wirklich!)

Nach der Tour durch das überwiegend schmucke 8 Millionen Städtchen – war es soweit. Lange hatten wir es hinausgezögert, aber der Tag war gekommen: Wir beugten uns dem Peru-Reise-Gruppenzwang und orderteten in einem entsprechend ausgewiesenem Restaurant ein „Cuy“. Das heißt soviel wie Riesenmeerschweinchen und gilt als DIE landestypische Spezialität. Selbst sehr skeptisch beschränkten wir uns auf das Minimale an Fleisch und das Maximale an Beilagen, die im Prinzip aus Reis, Kartoffeln und KNOBLAUCH bestanden. Den Geschmack der Knolle einmal beiseitegelassen würde ich Cuy konsitenstechnisch zwischen Hühnchen und Calamari einstufen. Aber ich will ehrlich sein: Es war schon ein etwas sonderbares Gefühl und bedarf keiner Wiederholung. Zukünftig reichen auch einfach wieder die Beilagen. (Hinweis: Bitte ggf. folgendes Bild schnell überscrollen.)

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Gegen Abend brachen wir dann noch zu einer Pilgerreise in Richtung „Agua Parque“ auf. Als ich schon nicht mehr daran glaubte inmitten des Berufsverkehrs auf einen touristischen Hot Spot zu treffen, tat sich vor uns eine hochumzäunte Hecke inklusive Kassenhäuschen auf. Inzwischen war es auch schon dunkel geworden und so konnte das bunte Farbenspiel beginnen. (Großer Pluspunkt es gab auch Free WiFi  am Hauptbrunnen 🙂 ) Aber selbstredend haben wir uns auch an der multimedialen H2O-Kunst ergötzt:

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(Leider müssen wir das wunderbare Panflöten-Licht-Musik-Wasser-Video vorenthalten, da sich ein Premium-Video-Update als eher unverhältnismäßig erweisen täte – ich bitte an dieser Stelle um Verständnis.)

Ich verbleibe mit metropolischen Grüßen

Flug AV 830

Liebe Heimat,

im Folgenden soll von unserer Reise in die peruanische Hauptstadt berichtet werden…

Station 1: Bereits erwähnte zweistündige Bootfahrt von der Isla del Sol nach Cobacabana.

Station 2: Eine vierstündige Busfahrt vom bolivianischen Cobacabana ins peruanische Puno. Wieder beste Plätze in erster Reihe, lediglich das leicht Fahrtwind-durchlässige Seitenfenster musste mit dem weltbesten Heftpflaster-Klebeband abgedichtet werden (Hier gilt ein besonderer Dank dem St. Elisabeth Krankenhaus Straubing)

Station 3: Gleicher Bus – anderer Platz. Auf der sieben Stunden Fahrt kam zum allgemeinen Pavianstall-Busmuff ein intensives Geruch- Konglomerat von der hinteren Sitzbank. Das ältere Pärchen scheint sowohl mit Coca-Seife zu baden als auch alle weiteren Hygieneartikel daraus zu fertigen.

Station 4: Eine kurze und knackige Taxifahrt vom Busterminal in Cusco zum Flughafen. (Zur Orientierung: Es ist jetzt 5 Uhr morgens und wir liegen sehr gut in der Zeit unser Flug geht um 8:05 Uhr)

Station 5: Flughafen Cusco. 8:05. Nebel. Die Frisur hält, aber die (Linien)-Flieger dürfen nicht landen. Keine Flieger aus Lima = keine Flüge nach Lima! Hier präsentiere ich DIE Stühle, die wir für die nächsten 5 Stunden unser zu Hause nannten:

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Als Entschädigung gab es am Abend dann von uns für uns typisch peruanische Ceviche Mixto – quasi sowas wie Sushi nur ohne Reis und Algen!

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Ich verbleibe mit küstigen Grüße

Walaiki = Hallo, mir geht’s gut!

Liebe Heimat,

nachdem unser werter venezulanische Hostelmitbewohner mit seinem Turbo-Mixer dem Pc den Saft abgedreht hat, versuch ich hier eines Up-Date via Telefon!

Am besten ich beginne mit der Anreise. Nach unserem erlebnisreichen Trip zum Machu Picchu ging es im Nachtbus gleich weiter nach Puno am Titicaca See. Auf unseren Panoramaplätzen im ersten Stock hatten wir soviel Beinfreiheit, dass sich das peruanische Ehepaar nebenan eigens eine Tasche voll Decken zur Fußablage mitgebracht hatte – dachten wir zumindest. Tatsächlich wurden diese aber in einem ausgeklügelten System wie ein Concon um die Körper gewickelt und am Ende lagen zwei Deckenmumien in den Nachbar-Semi-Carmas (also Bussitzen mit Rückenlehne-Zurückklapp-Funktion). Spätestens als wir die Eisblumen an den FensterINNENseiten entdeckten, waren auch wir um unsere Schlafsäcke froh. Schließlich schraubten wir uns gerade auf dünne 3.810 Höhenmeter. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei dieser wunderbaren Dame aus Juliaca bedanken, die uns beim Ausstieg freundlich daraufhingewiesen hat, dass wir noch NICHT in Puno seien!!!

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Gleich nach unseren tatsächlichen Ankunft in Puno haben wir uns sofort in den neuen Touren-Dschungel begeben. Resultat: ein Ausflug auf die schwimmenden Inseln, eine Fahrt ins bolivianische Cobacabana und der Nachtbus von dort ganz zurück nach Cusco wo Mittwoch morgen unser Flug nach Lima gehen sollte für 22 Euro pro Person.

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Der Ausflug auf die schwimmenden Inseln der Uros war einfach nur verrückt. Bis zu den Knöcheln im Stroh versinkend, wurde uns erklärt, dass wir gerade auf einer von Einheimischen selbstgebauten Insel aus Dreck und Stroh stehen, besagtes Gras als Futter für die Tiere, zu Dachdecken und auch als Menschenfutter genutzt wird. Mit unseren mitteleuropäischen Mägen durften wir aber nur ein mini mini Bisschen probieren.

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(Dieses Gefährt wird ungelogen von den Einheimischen „Mercedes Benz“ genannt.)

Und ja bei der Hausbesichtigung ist es schon wieder passiert… die sind aber auch flink diese kleinen Peruanerinnen!

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Der Grenzübergang nach Bolivien verlief problemlos – bisweilen wurde die offizielle Grenze bestehend aus drei orangen Verkehrshütchen von patenten Südamerikanern eigenhändig freigemacht. Natürlich unter dem wachen Auge der Policia!

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Im Prinzip fasst Cobacabana genau ein Wort zusammen: lässig! Als Hotspot für super alternative Backpacker gibt es dort vegetarisches Essen, wird Mülltrennung angeboten und Sonnenterrassen mit Liegestühlen zieren das Stadtbild.

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Auf der Isla del sol erwartete uns eine andere Welt – überall Esel und Schafe, kleine Häuschen, keine Straßen, keine Autos, kein Internet.

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Und wir wären nicht auf dem Inka-Pfad zur Ursprungsstätte unterwegs, wenn es nicht wieder jede Menge (steiler) TREPPEN gäbe.

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Nach einer geruhsamen Nacht in der sich ein Powernap um halb sieben außerplanmäßig bis zum nächsten Morgen erstreckte, weckte uns ein wunderschöner Sonnenaufgang mit Blick über den Titicaca See.

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Frisch gestärkt gings auf zur Wanderung vom Süden der Insel in den Norden. Da irgendjemand (Namen sind hier nicht von Bedeutung) den Geldbeutel inklusive aller Bolivianischer Gelder und bis dato erstandener Tickes für zukünftige Weiterreisen unwissentlich im Hostel zurückgelassen hatte verlängerten wir unsere Tour nicht ganz unwesentlich und kamen nach vier Stunden im rettenden Hafen an.

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Etwas kaputt von Höhenluft in Kombi mit körperlicher Anstrengung nutzten wir wie viele andere die zwei stündige Bootsfahrt in einer etwas größeren Nussschale zur Rast.

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Ich verbleibe mit bergerprobten Grüßen

Auf unserer 2 Tagestour auf und um den Titicaca See haben wir gelernt, dass…

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…es „titicaacaa“ gesprochen wird und NICHT „titicacca“

…es durchaus moeglich ist seine eigene Insel aus Stroh zu bauen.

…der Peruaner per se unfaehig ist auf umgerechnet 10 € herauszugeben – ja sich sogar weigert.

…nur weil irgendwo Internet steht , das auch heisst dass es dort welches gibt.

…die Esel-Population auf der Isla del sol die der Einwohner um ein Vielfaches uebersteigt.

…der Coca-Tee eines scheinbar harmlosen peruanischen Muetterchen einen ganz schoen niederstrecken kann.

…uns trotz Hoehentraining in Cusco die 3.800 Meter wieder schleichen lassen.

To sacrifice animals

Liebe Heimat,

auf Grund der unfassbaren Fuelle an Eindruecken und Ereignissen der letzten Tage kann das Folgende nur ein kleiner Ausschnitt des Erlebten sein und ist als Kurzfassung zu verstehen! Zudem werden meinem ungebrochenem Dokumentationswillen durch den technischen Standard in unserer Unterkunft, die laut Maria uebersetzt „Die Jungfrau des Schnees“ heisst, fatale Grenzen gesetzt. Ich verweise hier besonders auf den Diskettenschlitz des neben mir stehenden Laufwerks!

Aber zurueck zum Wesentlichen. Nachdem wir in Cusco eine ausreichend umfassende Markstudie bezueglich der Touren-Angebote angestellt hatten, war schnell klar, dass es fuer uns NICHT im historischen Panoramazug auf dem direkten Weg zum Machu Picchu gehen wird, sondern wir mit 14 anderen Sparfuechsen im Mini-Bus zum Extrem-Serpentining durch die peruanische Bergwelt antreten werden. Doch Dank wunderbarsten Aussicht, den unbarmherzigsten Speedbumps der Welt und dem spritzig bis sehr proaktivem Fahrstil unseres namenlosen Busfahrers war es eine aeusserst kurzweilige Tour.

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Ausgesetzt inmitten des Dschungels folgten wir dann zielstrebig den Gleisen, um noch vor Einbruch der Dunkelheit in der Touristen-Auffangstation „Aguacaliente“ anzukommen.

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Am naechsten Morgen ging es ganz nach dem Motto „Der fruehe Vogel faengt den Wurm“ zum grossen Anstieg. Noch in der „Finstern“, aber bestens ausgestattet mit der fuer Peru viel zu teuren Taschenlampe (dreist wurde hier von unserer Notsituation profitiert), nahmen wir Stufe fuer Stufe, fuer Stufe, fuer Stufe, fuer Stufe, fuer Stufe, fuer Stufe… Als wir schon fast nicht mehr an ein Ankommen glaubten, erreichten wir endlich im Morgengrauen unseren froehlich winkenden, wenngleich etwas druckmachenden, Reisebegleiter am Eingangstor.

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Durch das flippige Frage-Antwort-Spiel unseres Guides, denn wir wahlweise Alex oder papito rico (Sexy Man) nennen sollten, genossen wir eine sehr lehrreiche Tour durch die alten indianischen Mauern im original peruanisch-englisch Slang. Allerdings bedurfte es einiger Anlaeufe bis auch dem Letztem klar wurde, dass „What is this in Europe?“ eigentlich heissen soll: „What is this in your opinion?“. Aber so haben wir gelernt, dass eigentlich nur der „Koenig“ Inka heisst und alle anderen Indianer des Stammes Quechua genannt wurden, es in den ganzen 200 Haeuser natuerlich nur im Inka-Domizil eine Toilette gab und sonst sehr viele Loecher gefunden wurden, die Tempel an ihrer perfekten Bauart zu erkennen sind und dort jeder Altar im Prinzip dazu diente Tiere zu Opfern, eigentlich alles auf Machu Picchu astronomisch angeordnet ist und es einige Monate dauert einen Stein im indianer Style zu spalten.

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Im voelligen Uebermut sind wir nach unserer Fuehrung und dem Stopp an sogenannten „Facebook-Foto-Point“ noch auf dem Pfad der Inkas zur „Porta de la sol“ (siehe oben: alles ist astronomisch) fuer den schoenen Blick von oben gewandert – allerdings vielmehr gekrochen als maschiert). Ich glaube ich kann nun definitiv behaupten zu wissen, wie sich der vielzitierte „Wadl Spreizer“ anfuehlt.

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MMit zittrigen Beinen ging es dann wieder Stufe fuer Stufe, fuer Stufe, fuer Stufe, fuer Stufe, fuer Stufe, fuer Stufe…  nach unten. Um das Erlebnis nicht vollkommen an uns vorbeiziehenzulassen, haben wir eine kleine Teilstrecke mit besagtem Zug zurueckgelegt (ach ja, habe ich schon erwaehnt, dass eine Fahrt von Cusco zum siebten Weltwunder EINFACH 140 Dollar kostet?!) um dann wieder am Sammelplatz in den Bus umzusteigen.

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Bei der Rueckfahrt hat sich dann nach der klaren Ansage des Busfahrers, dass Schuhe ausziehen im Bus verboten sei, das Geruchsprofil im Fahrzeuginnenraum auch schnell wieder auf Normalniveau gebessert. Dafuer brauste er dann aber auch zu den Beats von „Welcome to Miami bitch“ auf dem Schotterweg durch die peruanische Bergwelt (man beachte auch das Eimer-Sitz-Provisorium des Beifahrers, stillen Reisebegleiter und DJs)

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Ich verbleibe mit erschoepften aber reisegluecklichen Gruessen

Ich weiss ja nicht was Leute normalerweise so alles anstellen, um eines der sieben Weltwunder zu sehen… aber unterwegs zum Machu Picchu haben wir gelernt, dass wir…

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… uns hierfuer auf eine knackige Zwei-Tages-Tour in das quasi hinterletzte Eck Perus begeben.

… im Mini-Bus quer durch saemtliche Vegetationszonen des Landes fahren (inkl. Schneegrenze auf knapp 5.000 Meter).

… stundenlang auf nicht endenwollenden Wegen durch den Dschungel wandern.

… um 4 Uhr morgens in aller Herrgottsfrueh aufstehen um in absoluter Dunkelheit  bzw.  im Morgengrauen die schweisstreibenden, heiligen Stufen zum Machu Picchu zu erklimmen.

… zusaetzliche 400 Hoehenmeter in der gefuehlten Mittagshitze um 10 Uhr vormittags ueberwinden, nur um einen noch besseren Blick auf die alten indianischen Mauern zu erhaschen.

… nichts davon bereuen und uns jetzt bratfertig in den Nachtbus nach Puno schmeissen. Titicaca See wir kommen!

¿Cúanto sale?

Liebe Heimat,

ab sofort gehen wir in Peru, dem Land wo Getraenke nach Kaktus-Eis und Puffreis schmecken,  auf Erkundungstour! Unser erstes Ziel war Cusco. Hier auf rund 3.400 Hoehenmeter hat sich unser uebliches Marschtempo in ein Slowmotion-Schleichen verwandelt. Denn jedes Hasten wird augenblicklich mit einem pochenden Schmerz in den Schlaefen bestraft. Doch mit Coca erwehren wir uns der Hoehenkrankheit sehr gut. Einen Unterschlupf fuer die kuehlen Naechte haben wir in einer „Hoehle“ der in Cosuco ansaessigen Inkas gefunden.

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Kaum hatte ich mich als Suedamerika-Neuling in Chile daran gewoehnt, dass das Klopapier ausserhalb der Toilettenkabine zu finden ist, werden wir im peruanischen Sanitaerbereich mit der voellligen Abstinenz der weissen Rolle konfrontiert. Fuer manch raffienierten Produktentwickler eine ertragreiche Nische…

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Trotzdem haben wir uns schnell eingelebt und uns ohne Ruecksicht auf Verluste ins rege Marktleben gestuerzt. Erstes Objekt unserer Begierde waren Huete – schoene Huete ohne Touri-Stempel, was heissen will: ohne das allgegenwaertige Embleme des beruehmten Machu Picchu Tempels, das fuergewoehnlich gutsichtbar prominent auf der Stirn prangt.) Als wir den anwesenden „Standlern“ unseren Wunsch kundtaten, ging ein Raunen durch die Menge. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich die aufgeregten Fluesterstimmen „sin Machu Picchu“,  „sin Machu Picchu“,  „sin Machu Picchu“ … „unico“, „Si, es unico“. Aber wir haben das scheinbar unmoegliche geschafft und finden der Hut steht uns gut.

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Und jetzt hier noch ein paar unkommentierte Eindruecke von unterwegs…

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Ich verbleibe mit angetanen Gruessen

In unseren ersten Stunden in Peru haben wir gelernt, dass…

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… die Androhung mit dem Bus zu fahren den Taxipreis SOFORT auf die Haelfte sinken laesst.

… die Coca-Pflanze gegen die vielgefuerchtete Hoehenkrankheit hilft.

… ein Schaf im Arm die Chance mit Touristen-Bilder Geld zu verdienen um ein Vielfaches steigert.

… eine Ware sehr viele Preise haben kann.

… auch peruanische Eltern das altbewaehrte „Ich-zaehl-bis-drei-Prinzip“ in ihrer Erziehung anwenden.

… tuechtige Ladenbesitzer(innen) dich schneller in ein peruanisches Kostuem stecken koennen, wie man „no gracias“ sagen kann.