Unterwegs auf den südamerikanischen Straßen habe ich gelernt, dass…

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…es nicht immer eine definierte Haltestelle gibt, sondern manchmal lediglich einen gewissen Einstiegsbereich, den der Bus langsam mit geöffneter Tür abfährt.

…dafür die Busfahrer sehr entgegenkommend auf individuelle Einstiegs- und Ausstiegswünsche reagieren.

…jeder der massig vorhandenen Straßenhunde Taxis und Motorräder von Grund auf hasst und ihnen mit äußerster Aggression entgegentritt.

…jeder Überholvorgang mit einem zweifachen Hupen angekündigt wird, was häufig zu einer intensiven Geräuschkulisse führt.

…sich auch ein LINENbusfahrer verfahren kann und dieser dann auch noch beim Wenden in 20 Zügen den nächstgelegenen Mülleimer niederrammt.

…eine Vielzahl an Bus-,Taxi- und Rikschafahrer eine unerklärlich starke Affinität zu Batman haben.

…in Fernbussen das Überschreiten der erlaubten 90 Km/h durch ein penedrates Piepen kundgetan wird, welches noch penedrater wirkt, wenn es sich um einen Nachtbus handelt, es 3 Uhr morgens ist, man selbst eigentlich nur noch schlafen möchte und der Busfahrer konstant die 91 km/h hält!

In vino veritas!

Liebe Heimat,

gibt es denn einen geeigneteren Ort, um Chile langsam Lebewohl zu sagen, als ein gediegenes Weingut nahe dem vielversprechenden Kleinstadt Casablanca? Ich möchte es bezweifeln. Trotz mehrfachen Anpreisens der örtlichen Taxidienstleistungen seitens des äußerst gesprächigen Busfahrers, der äußersters netten Touri-Tante und der äußerst korpulenten Passantin, haben wir es gewagt das ZWEI Kilometer entfernte Weingut „Casas del Bosque“ auf dem Fußweg aufzusuchen – was auch dem Sicherheitspersonal an der Autoeinfahrtsschranke ein leichtes Grinsen entlockte, als wir marschierend passierten.

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Dort war es dann tatsächlich auch etwas schicker und chilenisches „Möchte-Gern“ reich gesät. Glücklicherweise befanden sich in der englisch geführten Tour neben uns nur zwei Amis im Jogging-Outfit, sodass wir wieder glänzen konnten.

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Ganz nach dem Motto soweit das Auge reicht bzw. alles was das Licht berührt, gehört zu den Länderein des Guts.

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Nach der Ernte, die bei ein solche erlesenen Wein natürlich „handpicked“ ist, werden die Stiele maschinell von den Trauben getrennt, gerüttelt und geschüttelt und der Saft kommt dann erst einmal in diese unromatischen Kontainer.

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Aber keine Sorge – natürlich genießen die edelen Tropfen je nach Preis auch eine gewisse Zeit in den Fässern aus fränzösischer Eiche (allerdings wird gerade ungarische Eiche getestet – hmmm, ob die wohl billiger ist?)

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Dann noch Ratz Fatz im 2.500 Flaschen pro Stunden-Takt abgefüllt und fertig ist der Boutique-Wein!

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Doch nun kommen wir zum wichtigsten Teil der Führung und unseren eigentlichen Motivationsgrund die „DEGUSTACION“! Edel angerichtet mit hübschen Gläselein und frischem Obst, das uns saftig anlächelte, um uns später hönisch zu verspotten, als uns der ausschließlich dekorative Zweck klar wurde, nahmen wir Platz an der Tafel.

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Luis – unser Guide – kredenzte uns zuerst ihren Verkaufsschlager, den Sauvignon Blanc, der angeblich nach Äpfel, Zitronen und ein bisschen Pfeffer schmeckt. Gerade noch den letzten Schluck geleert folgte mit dem zweiten Glas , ein Chardonnay aus dem eher fruchtigen Sortiment (Apfel, Pfirsich, Banane, Mango, Ananas,…) eine kleine Lehrstunde zum Verkosten.

Regel 1: Griffel weg vom Glaskelch sonst wird der Wein warm und überall sind „Fettdabber“ -Also nur unten am Stiel oder am Boden greifen.

Regel 2: Glas LEICHT kippen und sich die Farbe genauer anschauen.

Regel 3: Nase ganz tief rein ins Glas und schnüffeln!

Regel 4: Das Glas locker aus dem Handgelenk schwenken – wer zu unfähig oder betrunken hierfür ist, kann das Glas auch gut und gerne auf den Tisch stellen und dort ganz souverän kreisen lassen. Dann noch einmal die Nase rein.

Regel 5: Einen großen Schluck nehmen, über die Zunge laufen lassen, die Zunge gegen den Gaumen drücken, den Wein kurz in der rechten und linken Backe spülen – also wirklich nur ganz kurz! – und dann schlucken.

Regel 6: Das Prozedere sollte nur einmal durchgeführt werden und zwar genau dann, wenn der Kellner einem den Wein zu probieren einschenkt!

Und obwohl wir Schritt für Schritt genau befolgten kamen wir beim Pinot Noir zu unserer Enttäuschung nicht auf die „Vanille-Erdbeer-Leder“-Note. Doch wir machten Fortschritte. Nach der vorschriftsgemäßen Verköstigung des preisgekrönten Syrah traf Maria mit ihrem fachmännischen Kommentar: „Der raicht wia obrennt!“ die rauchige Grundwürze!

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Ich denke es bedarf keiner weiteren Erklärung, dass wir bei der Wahl zwischen der günstigern Tour mit 4 Weinen und der teureren Tour mit 5 Weinen erstere gewählt hatten. Zu unser großen Freuden waren wir Luis wohl so sympathisch, dass es uns ein Glas ihres limited – private sale – wir haben nur wenige Flaschen davon- Weins einfach so schenkte! (Die Amis hatten natürlich für die 5 Weine gezahlt 😉 ) – Ein außergeöhnliches Trink-Erlebnis: Statt der für einen Carbernet Sauvignon üblichen 5 bis 7 Sekunden, bleibt der GRAN BOSQUE satte 10 Sekunden geschmacklich im Gaumen hängen… und danach: Mundwüste!

Etwas beschwipst, weil weggeschüttet wird nichts, genossen wir in der Sonne unsere mitgebrachten Snacks und beschlossen spontan das Mountainbike-Angebot des Weinguts zu nutzen. Da wir ja immer noch als Tiefflieger in der High Class unterwegs waren, handelten wir einen kleinen Preisnachlass heraus und verzichteten dafür bereitwillig auf eine neue Runde des bereits getesteten Sauvingnon Blanc. Und dann konnte es auch schon losgehen. (Einziges Problem bei der Wertsachenabgabe war meine offene Handtasche. Auf meinen Hinweis, dass ich sie nicht schließen könne, da der Reisverschluss kaputt sen, erntete ich ein leicht schockiertes Naserümpfen.)

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Als es dann inmitten der Weinberge hieß sich zwischen der grünen Anfänger Tour und der roten Tour zu entscheiden, war natürlich klar, dass es sich bei uns beiden nicht um Radfahr-Anfänger handelt. Was uns nicht so klar war, dass sich der anfänglich gemächliche Weg in quasi ein Downhillparadies verwandelt, da Regenwasser tiefe Furchen in den weichen Sandboden gemärzt hatten. Doch mit ein bisschen schieben und viel bremsen, haben wir auch diese Challenge gemeistert und sind wohlbehalten zurückkehrt.

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Zurück in Casablanca hatten wir anscheinend gerade die Mittagszeit verpasst, da uns reihenweise die „Lokale“ vor der Nase zumachten. Bis auf eines, das hatte Mitleid mit uns ausgehungerten Mädchen und öffnete uns eigens ihre schon schließende Tür. Als einzige Gäste wurdenwir prompt bedient, wofür wir uns mit einem entsprechenden Trinkgeld erkenntlich zeigten. Dann fuhr uns noch die äußerst nette Touri-Tante zur Autobahn mit der nächsten Bus-Herwink-Stelle in Richtung Santiago und weigerte sich dafür Geld anzunehmen – all in all ein wares Schnäppchen dieser Lebewohl-Ausflug!

Ich verbleibe mit vergnüglichen Grüßen.

Mehr Meer!

Liebe Heimat,

nachdem wir die letzten drei Wochen Museen gemieden haben, wie der Teufel das Weihwasser, haben wir nun das wunderbare Haus des Pablo Neruda für eine Besichtigung auserkoren – was leichter klingt als es tatsächlich war. Hätten wir gewusst, dass wir uns für den Kartenkauf in eine Warteliste eintragen müssen, um dann erneut in einer partout nicht weiterrückenwollenden Warteschlange bei den Audioguides zu landen, wären wir vermutlich am Vortag angereist, um fanatisch vor dem Museum in Isla Negra zu campieren. Doch schneller als gedacht, löste sich die  außerordentliche Anstauung wieder auf, das diese von einer Gruppe Rentnern hervorgerufen wurde, die eine besondere Einführung in die Technik bedurften.

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Da der Literatur-Nobelpreisträger Neruda neben seinen Tätigkeiten als Regimekritiker, Botschafter, Generalkonsul und Emigrationshelfer auch ein leidenschaftlicher Sammler mit speziellem Faible für Maritimes war, gab es in dem schnicken Häuschen einiges zu sehen und vom Audio-Guide etliches zu berichten. Zu den auffällig vielen Schiffsbug-Figuren die hübsch bis gruslig aussahen folgten in dem doch recht langen Haus Masken aus Afrika, buntes Käfer- und Schmetterlingsgetier, seine persönliche Gaderobe, eine Hostienpresse, ein lebensgroßes Spielzeug-Pferd oder eine bemerkenswerte Muschelsammlung. Zu unserer großen Enttäuschung war das Fotografieren im Inneren des Hauses nicht gestattet, daher haben wir uns im Außenbereich etwas ausgetobt:

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(Die Glocke läutete der gute Pablo immer, wenn er ankam um die Schiffe in alter Seemannsmanier zu grüßen und die Nachbarn wissen zu lassen, dass er da war.)

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(Das Haus)

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(Ein alter Dampfantrieb, den er von mehreren Eseln und Studenten hat herbringen lassen, da sie ihn an eine Dampflok erinnerte und ein Dampflok ihn wiederum an seinen Vater erinnerte, weil der wiederum seinerzeit Dampflok-Führer war.)

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(Der Fisch war einfach ÜBERALL – vor allem aber im Souvenir-Shop – zu finden)

Bezüglich der Photopolicy haben wir das Ganze dann noch einmal eruiert und haben dabei festgestellt, dass niemand gesagt, dass man nicht von draußen REIN fotografieren darf…

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Für mögliche Bildqualitätsverluste wird nicht gehaftet!

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(Das Esszimmer mit einer holden Maid, tschechischem Kristall auf dem Tisch und Gläser aus Mexiko glaube ich – der Audio-Guide erwähnt an dieser Stelle, dass nichts zufällig im Haus ist, sondern alles eigens von Pablo ausgewählt und eingerichtet wurde!)

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(Hier zu sehen des Dichters schicke Bar, wo er seine engsten Freunde bewirtete – weißte Bescheid!)

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(Den Meer-Fanatismus hatte ich ja schon erwähnt…)

Nach unserem Besuch im nerudschen Dichter- und Denkerhaus ersinnen wir Pablo als einen recht kommoden Zeitgenossen mit einem leichten Hau (wenn man das so sagen darf). Für uns gings weiter zum Bus-Strand-Hopping. Auf Isla Negra (keine Insel) folgte El Quisco – ein Sommerdomizil im Winterschlaf. Außer uns tummelten sich nur Zeugen Jehovas-Omas am Wasser, denen wir auf ihrer Bekehrungs-Pilgerreise gerade richtig kamen. Doch nach einem kurzen gottesfürchtigen Plausch konnten wir die Damen mit einem Flyer des Pablo Neruda Hauses abwimmeln (DANKE PABLO) und uns dem eigentlichen Vorhaben widmen: Alfajor-Testessen… Frisch aus der Konditorei vs. industrielles Gepäck aus dem Mini Market!

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(Kurz für alle Unwissenden Alfajor ist quasi die lateinamerikanische Antwort auf Prinzenrolle: Ein Doppelkeks aus Mürbteig mit karamellisierter Milchmarmelade)

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(Unser erster erfolgreicher Versuch mit dem Selbstauslöser… )

Und weiter geht’s zum nächsten Strand! Maria findet, dass es hier irgendwie aussieht wie in der Raffaello-Werbung… anbei ist meine Performance zu „You leave me speechless“ zu sehen.

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Ein anständiger Fußmarsch und schon sind wir am nächsten Strand… und wieder vollkommen ALLEINE!

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Ein kleines Highlight haben wir uns bis zum Schluss aufgespart – fast hätten wir im längsten Pool der Welt geplantscht. „Die Crystal Lagoons in der Ferienanlage San Alfonso del Mar im chilenischen Algarrobo ist eine 1013 Meter lange künstliche Lagune , sie fasst 2,5 Millionen Liter gefiltertes Meerwasser und bietet Platz zum Schwimmen, Tauchen, Windsurfen – selbst Bootsausflüge sind möglich. Das Meer liegt zwar direkt nebenan, doch Baden ist dort wegen der Strömung und des klapperkalten Wassers (16 Grad) zu ungemütlich. Im Pool misst das Wasser dagegen angenehme 26 Grad, es gibt keine Quallen, und man hat nach dem Baden keinen Sand in der Hose.“ – Zitat Ende.

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Ich verbleibe mit poseidischen Grüßen!

Viva Chile!

Liebe Heimat,

gestärkt durch ein zweites Frühstück auf dem Fischmarkt bewegten wir uns an der Küste weiter südwärts nach Valparaiso.

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Eine Hafen-, Künstler- und Studentenstadt bei deren Stadtführung überwiegend die Bedeutungen der zahlreichen Graffitis sowie die Namensgebungen und Beziehungsbande der Straßenhunde erklärt wird.

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Und als hätten wir in Peru noch nicht genug Buße getan, erwarteten uns auch hier Treppen in erwähnenswerter Konzentration. Mit ihrer farbenfrohen Gestaltung sorgten die Stufen zwar für geringfügige Ablenkung, konnten dennoch nicht vollkommen für die Anstrengung des Aufstiegs entschädigen. Dafür boten mancherorts historische Aufzüge Berg-Erklimmungshilfe für verlockende 20 Zent pro Fahrt – sofern sie denn funktionierten.

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Selbstverfreilich ließen wir uns das spanisch-chilenische Kolonial-Derby am Nachmittag nicht entgehen und suchten eigens hierfür einen möglichst urigen Pub mit möglichst vielen eingefleischten Fußballfans auf. Für das vollkomm authenische Erlebnis nahmen wir ebenso das spezielle Fußball-Oferta des Tages in Anspruch: Zwei Bier und eine große Chorrillana (Pommes, Fleisch, Würstchen gemischt mit Ei und ganz viel Zwiebeln)

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Während hier die Fans ihren herrlichen Triumph friedlich mit Pauken und Trompeten, selbstgemachtem Konfetti und Autocorso zelebrierten – fielen in Santiagog über 500 Busse den feierwütigen zum Opfer und zahlreiche grenzenlos Erfreute fanden sich im Krankenhaus wieder.

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Und zum Abschluss noch ein besonderes Schmankerl: die improvisierte Grillstation in einer Bank (= seriöses Geldinstitut)

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Ich verbleibe mit chilenischem Fußball-Fieber infizierten Grüßen

Sea life!

Liebe Heimat,

in meinen letzten Tagen auf südamerikanischem Boden hat es uns an die chilenische Küste verschlagen. Freundlich aufgenommen von Marias Au pair-Großeltern (also den Großeltern der Kinder, die sie sonst hütet, wenn sie nicht gerade meinen persönlichen Touri-Guide mimt 🙂 ) residieren wir in absoluter Meernähe in Chiles Ferienort Nummer 1.

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Dank der Neben-Neben-Saison ist es erstaunlich ruhig in Vina del Mar und wir hatten den Strand fast für uns – und wie könnte es anders sein: die ganzen Besuche in sämtlichen peruanischen Inka-Sonnentempel, haben sich gelohnt. Die gelbe Kugel folgt uns unterwegs auf Schritt und Tritt.

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Fast wie im Tierpark gab es hier neben ganz vielen Pelikanen (den sogenannten Beamten der Lüfte) noch weitere posierliche Tierchen zu bestaunen. Meine persönlichen Favoriten waren  die Seelöwen. Gemählich wuchteten sie ihren Astralkörper über den Strand, ließen sich vergnüglich in der Brandung treiben oder erfreuten sich an ihrer Leichtigkeit im kühlen Nass. Sie haben auch wirklich gebrüllt wie ihre mähnenbehafteten Raubkatzen-Freunde, allerdings weiß ich nicht, ob das in irgendeinem tatsächlichen Zusammenhang mit der Namensgebung steht.

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Ich verbleibe mit entspannten Grüßen

Runde zwei in Santiago!

Liebe Heimat,

kurz, aber schön war unsere Zeit in der Oase – nach einem Zwischenstopp in Lima mit Stippvisite am Meer gings auch schon wieder zurück nach Santiago.

Obwohl wir wirklich ausreichend Zeit für den Transfer zum Flughafen einkalkuliert hatten, machte es unser Taxifahrer mit seinen Tank- und Toilettenpausen am Ende doch noch einmal spannend. Zumal er sich dann auch noch laut eigener Aussage „vollkommen“ verfahren hatte. Erst nach mehrmaligen Nachfragen bei den eher sporadisch vorhandenen und nicht immer auskunftswilligen Passanten waren wir wieder auf Kurs.

Um 3 Uhr morgen küssten wir dann „heimische“ Erde und fielen in den noch früheren Morgenstunden wirklich hundemüde ins unser Schlafgemach. Schließlich galt es sich auszuruhen für den bevorstehenden Wasch-, Nach- und Vorbereitungstag! Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen… Pünktlich zum ersten deutschen Weltmeisterspiel am Montag war alles geschafft! Wie schicklich gleich in der „Nachbarschaft“ DEN deutschen Sportclub in Chile zu haben.

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Aber ich bin ja hier nicht zum Spaß. Nach einer kurzen Stärkung mit meinem mir sehr liebgewordenen Paltabrot (Avocadobrot) brausten wir ins Zentrum-Zentrum um den ehemaligen „Bonzen-Vergnügungspark“ der spanischen Herrschaft zu besteigen.

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Bei herrlichstem Wetter schlenderten wir anschließend durch die quirlig gefüllten Gassen Santiagos zum Regierungspalast, der im Vergleich zu den umliegenden Häusern fast ein bisschen niedrig erschien, dennoch eine gewisse Pracht ausstrahlte. Wir genossen auf jeden Fall in seinem Antlitz die Sonne und die frisch gerösteten Erdnüssen des vielsagenden „Nuts 4 Nuts“-Straßenverkaufs.

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Zum Abschluss machten wir noch einen kleinen Abstecker in Santiagos „China Town“ mit wenig China aber viel Ramsch 🙂 und Schaufensterpuppen mit wohlproportionierteren Hintern als die mitteleuropäischen Püppchen.

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Ich verbleibe mit sonnigen Grüßen.

Vamos chicas!

Liebe Heimat,

nach den ersten Tagen in Santiago ging es am Montag in die Anden zum Trekking. Erste Station war San José, ein in der Nebensaison etwas verschlafenes Nest. Dafür fühlte man sich hier in der Tourist-Info wie in seinem zweiten Wohnzimmer. Auf einen Aussichtspunkt sollte es gehen und dann weiter nach San Alfonso. So traten wir den Marsch in die vorgegebene Richtung an, um recht schnell am vermeintlichen Tourende anzukommen. Aber nicht mit uns! Kurz durchs Dickicht geschlagen, tat sich vor uns ein wahres Trampelpfad-Wirrwar auf. Frohen Mutes erklommen wir den Berg, wenngleich uns manches Mal der Zweifel überkam. Belohnt wurden unsere Mühen mit einem weiten Blick über die Voranden.

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In Profi-Bergsteiger-Manier meisterten wir dann auch wieder den Abstieg. Lediglich der richtige Weg zurück durchs Gebüsch verlangte uns etwas Geduld und Hundeflüster-Fähigkeiten ab. In Station zwei – San Alfonso – sollte es hoch zu Pferde nach oben gehen. Im Eilestempo überwanden wir streckenweis waghalsige 300 Höhenmeter und fanden uns auf einem Plateau inmitten der Berge wieder.

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Einzig der Abstieg machte unseren routinierten Hangpferden doch ein wenig zu schaffen, da wir durchaus etwas schwerer sind als der Durchschnitts-Chilene mit 1,60 Meter.

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Ich verbleibe mit beeindruckten Grüßen

Unterwegs in die Anden und in den Anden habe ich heute gelernt, dass…

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… es durchaus möglich ist Häuser aus Press-Span-Platten zu bauen.

… „Collectivos“ (Sammeltaxis mit hop-on-Prinzip) unfassbar praktisch sind.

… auch friedliche Hund ihr Revier verteidigen, wenn man aus dem Unterholz auf ihr Grundstück herausbricht.

… es einen Grund hat, wenn Mitarbeiter einer Touristinformation ohne Umschweife sofort auf den nächsten Ort verweisen.

… U-Bahn fahren Schmink-Tutorials auf youtube ersetzten kann.

Über den Dächern ist die Freiheit wohl grenzenlos

Liebe Heimat,

südamerikanisches Essen kann natürlich mehr als „ITALIANO“. Eine typische Vorspeise ist etwa die Artischocke  (TIPP: Nichts für Ungeduldige oder Hungrige). „Einfach“ die Blätter der gekochten Artischocke abrupfen, in ein Essig-Öl-Zucker-Salz-Gemenge eintauchen und mit den Zähnen das winzigkleine Fitzelteil an“Fruchtfleisch“ herausziehen. Fazit: Dauert, ist aber lecker!

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Und ich wäre nicht in Chile, wenn nicht schon wieder gegrillt werden würde. Neben den klassischen Würtschen befand sich unter anderem eine halbe Kuh auf dem Grill. Liebevoll und in regelmäßigen Abständen vom Grillmeister persönlich mit der Marinade à la Geheimrezept eingepinselt. Für die Wartenden gabt es einstweilen Bier und Rum (und Bebidas = Soft Drinks). Ein besonderes Zuckerl war die absolut tolle Aussicht über Santiago und in die Berge! Location: 5 Sterne

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Erste Fleisch-Vorspeise wurden Chorizo con Pan, also ein pikantes Würstchen im Brot auf die Hand serviert. Zweite Fleisch-Vorspeise waren vorportionierte Schweinelendchen (natürlich auf die Hand). Das Grande Finale – Rinderfilet – zwar mit Teller, aber irgendwie trotzdem auf die Hand.  Und dann wieder in umgekehrter Reihenfolge… Wieder machte vorportioniertes Fleisch die Runde bis alles aufgegessen war und ebenso die nun in Stückchen geschnittenen Würstchen. Einzige Beilage waren die sogenannten yuca – eine weiße, faßrige Wurzelknolle, die im gekochten Zustand eine gelbliche Farbe annimmt und so tut als wäre sie eine Kartoffel.

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 (etwas trocken, aber ganz OK)

Anwesende Nationen waren: Nicaragua, Guatemala, Columbien, Peru, Bolivien und Deutschland, was bei der ländertypischen Musikauswahl durchaus etwas Abwechslungs brachte, wenn wir an der Reihe waren 🙂 Neben Labrassbanda beschallten wir mit freundlicher Unterstützung von Helene Fischer und VoxxClub die umliegende Nachbarschaft. Einzig zu „Hoch auf dem gelben Wagen“ wurde ich beim Blick über die nächtliche Skyline fast schon ein bisschen sentimental.

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All in all: We call it a „Klassiker“ / Asado Chileno (auch wenn ausnahmsweise keine Chilenen dabei waren)

Ich verbleibe mit absolut satten Grüßen