Route 1 – Der Weg ist das Ziel

Liebe Heimat

von jetzt an folgen wir der legendären Route 1 gen Süden. Erster Stopp: Der Point Lobos State Park. Auf der Suche nach der Seelöwen-Kolonie durchstreifen wir die nach Kamille duftenden Küstenhaine. Doch der Frühnebel macht uns einen Strich durch die Rechnung. In der grauen Suppe konnten wir die Meerestiere nur durch ihre quietschfidelen Geräusche umgefähr auf dem Felsen vor uns orten.

Nichtsdestotrotz flanierten wir noch eine Weile entlang der Küste und gingen im Wald wieder auf Fotojagd. Bereits die ganze Reise verarschen uns diese blauschimmernden Vögel. Im wahrsten Sinne sehr flatterhaft, halten sie immer so lange die Pose bis man sie angezoomt hat und als wüssten sie es – genau in dem Moment, wenn man abdrücken möchte, fliegen sie einen Ast weiter.


Auch für uns ging es weiter. Der als so beeindruckend angekündigte Küstenabschnitt „Big Sur“ lag noch vor uns. Fanden wir zu Beginn noch, das dass der Nebel etwa mystisches an sich habe, kamen uns im Verlauf des Tages die ständigen Hinweisschilder auf einen Vista Point (also einen Aussichtspunkt) entlang der Küstenstraße wie der blanke Hohn vor. Ganz nach dem Motto „oben hui, unten pfui“ hatten wir oberhalb der Nebelgrenze herrlichstes Wetter. Sobald wir uns aber der Küste näherten nur Tristes. Statt des rauschenden Meeres stülpte sich eine stumme Masse aus grau-weißen Wattebauschen über die Wellen.


Nur selten gab das Luftmeer den Blick frei auf das tiefblaue Nass, dass mit voller Wucht in die Felsenbuchten prallte. Kurz dachten wir sogar, wir hätten einen Wal gesehen, aber nach intensiver Beobachtung stellte sich dieser doch nur als ein Stein heraus. Auch während unseres Strandbesuches – dem Pfeiffer Beach, der laut Reiseführer angeblich violetten Sand haben soll – kroch der Nebel binnen kürzester Zeit zurück auf das Festland. Man konnte den Schwaden direkt dabei zusehen, wie sie sich vom Meer aus in die Täler und auf den Strand schlichen.


Selbst der großangekündigte Küsten-Wasserfall verschwand für das bloße Auge kaum sichtbar hinter der weißen Wand. NUr das stete Rauschen, das sich vom Wellen-Rhythmus des Wasser unterschied, gab Hinweise auf den genauen Standort. 🙂

Als kleine Entschädigung passierten wir kurz vor Schluss unserer Tagestour eine wahre Seeelefanten Hochburg. Dicht an dicht – wie die Sonnenschirme und Liegen an der Adria – schmiegten sich die tierischen Astralkörper monströsen Ausmaßes: Alleine die schiere Anzahl der Tiere war schon beeindruckend. Manche spielten im Wasser, andere buhlten lautstark um ein Weibchen und wieder andere gaben sich ganz entspannt und bewarfen sich in regelmäßigen Abständen selbst mit Sand.

Zwischenstation machen wir Halt in San Luis Obispo – der Studentenstadt-Version von Stars Hollow. Zum Dinner gibt es köstliche Salate (ok – und als Dessert karamellisiere Bananen mit VanilleEis 😀)

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Ich verbleibe mit nebelgenervten Grüßen

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