Vienna is calling!

Liebe Heimat,

nicht nur Falko hat es das besungene Wien angetan, auch zahlreich frohlockende Stimmen aus dem Freundes- und Familienkreis priesen die prunkvolle Donaustadt in den höchsten Tönen. „Ahhhh, Wien! Das ist so eine tolle Stadt“, „Das Schloss, die Ausschicht einfach herrlich – und der Wiener Schmäh“ oder „Oh, ihr fahrt nach Wien? Dann müsst ihr unbedingt auf den Naschmarkt. Der Wahnsinn!“. Soweit so gut – entsprechend hoch waren die Erwartungen. Der aufmerksame Leser ahnt womöglich, dass nun keine Lobeshymne folgen wird. Doch lest selbst…

Zugegebenermaßen bereits die Anreisesituation war nicht ganz ideal – aufgrund beruflicher Umstände, die hier nicht weitere erläutert werden sollen, verschob sich die Ankunft in der österreichischen Hauptstadt vom geplanten Mittag auf den Abend und geplättet von der langen Fahrt verlangten wir uns nicht viel mehr ab, als uns schmackhafte, wenngleich nicht typisch wienerische, Asia-Nudel am Bahnhof zu kaufen, um den eigenen Energiehaushalt wieder auf Vordermann zu bringen. Irrungen und Wirrungen bei der Weiterreise zum etwas entlegenen Hotel verzögerten die Möglichkeit nach dem Gepäck-Abliefern noch einmal auf Erkundungs-Tour zu gehen um weitere entscheidende 1,5 Stunden. Demzufolge sank die Motivation das Hotelzimmer noch einmal zu verlassen gen Null. So gaben wir uns damit zufrieden einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher zu verbringen, um am nächsten Tag frisch und munter die Stadt zu erkunden!

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Wäre da nicht ebenfalls eine asiatische Reisegruppe im Hotel untergebracht gewesen, hätte der Plan wunderbar funktioniert. Aber es kam anders. Als wir gerade fröhlich vor uns hin einschliefen, störte ein plötzliches und nicht endenwollendes Schlüsselkratzen an unserer Tür die nächtliche Ruhe. Auch Rufe in allen uns bekannten Sprachen, dass das Zimmer besetzt sei, halfen nichts. In Unterwäsche am Hotelflur stehend, verstand dann auch der verdutzt drein blickende Mann aus Fernost, dass hier kein Platz mehr für ihn war. Doch dem Reiseleiter schien dieses Szenario entgangen zu sein, denn nur wenige Stunden später wurden wir mit dem Rest der Gruppe durch vehementes HÄMMERN an der Tür „geweckt“. Unser Anregen an der Rezeption der Reisegruppe mitzuteilen, dass wir nun einmal nicht dazugehören, brachte uns lediglich die Erkenntnis, dass diese bereits wieder abgereist waren.

Aber nun zum Wesentlichen: Da die beiden eigens ausgeliehenen Reiseführer leider im Anreise-Trubel zu Hause vergessen wurden, pilgerten wir zu den großen Symbolen auf der Karte des Prospektes, welches im Hotel ausgelegen war. Unserer Ansicht nach mussten das ja wohl die Must-Sees aka touristischen Hot Spots sein. Genauere Erklärungen suchte man dort natürlich vergebens, doch wir waren uns sehr schnell einig, dass wir uns lieber treiben lassen, als eine Sight-To-Do-Liste abzuhacken! Zudem war unsere Traum-Vorstellung von einer Wien-Reise ohnehin, dass wir von einem Kaffeehaus zum nächsten Kaffeehaus pilgern und erst aufhören das schwarze Gold zu trinken, wenn die Hände zittern und das Herz rast. Nun trug es sich aber zu, dass (obwohl es bereits Mitte Oktober war) der Altweiber-Sommer noch einmal richtig zugeschlagen hatte und uns herrlichstes Wetter bescherte. Und was einem als Kind eingetrichtert wurde, vergisst man nimmer mehr. „Heute ist so schön draußen, da muss du raus gehen!“. Drinnen sitzen zwischen all den dunkel vertäfelten Wänden, den kitschig-schönen Leuchtern und mit altmodischen Deckchen verzierten Tischen war also keine Option. Aber draußen auf der Straße war es wie in jeder anderen mitteleuropäischen Stadt halt auch. Und irgendwie schmeckte der Kaffee auch gar nicht so gut! Aber die Bilder, die sind gut. Hier ein kurzer Abriss der Tagestour:

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Am Sonntag sollte es dann noch auf den Naschmarkt – nur nehmen die Österreicher oder zumindest die Naschmarkt-Standbetreiber den Sonntag wohl sehr ernst und die Schotten blieben dicht. Nach einem kurzen Spaziergang durch die verlassene Genuss-Hochburg machten wir uns mit Döner und Pizza bewaffnet auf zum Schlossberg! (Ja, auch wieder sehr traditionelle Küche 😉 , aber nachdem am Vorabend unser mühevoll ausgewähltes Restaurant eines jener Etablissements war, welche nur unter der Woche geöffnet haben und wir aus Hunger und Verzweiflung, dann einfach beim Italiener um die Ecke eingefallen waren, hatten wir Kaiserschmarrn, Palatschinken und Schnitzel inzwischen abgeschrieben.)

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Um die restliche Zeit zu vertreiben bis der Nachtbus uns wieder zurückbringen sollte, ging es zum Plantschen in einen der Vororte Wiens, da Sonntagabend sonst sämtliche Bäder um 18 Uhr schließen. Nachdem wir wohlerholt und rechtzeitig zum ZOB aufbrachen, ließ uns der Fernbus hingegen warten. Kurz vor zu spät kam uns dann die Erleuchtung, dass diese dunkle, kaum beleuchtete, allerdings mit Haltestellen ausgestattete Straße nicht alles sein kann was der ZOB Wien zu bieten hat. Tatsächlich verbarg sich zwischen Bau-Containern und Absperrungen noch ein Trampelpfad in einen großen Innenhof, der deutlich mehr nach einem Umschlagplatz für Reisende aussah. Sogleich entdeckten wir auch unseren zur Abfahrt bereiten Bus und es konnte wieder nach Hause gehen.

Fazit: Tolle alte Häuser, idyllische Alte Donau, prachtvolle Gebäude, herrliche Parks und Gärten, Kultur noch und nöcher…und so weiter und sofort! Eigentlich alles was eine Stadt haben sollte – aber irgendwie ist der Funke nicht richtig übergesprungen! Ich habe nicht gemerkt, dass ich in der Hauptstadt Österreichs bin. Doch keine Frage: Einmal ist keinmal und man sieht sich bekanntlich ja immer zwei Mal im Leben!

Wien wir kommen wieder und machen es besser – aber streng dich auch an, sonst wird das nichts… 😉

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Ich verbleibe mit abwartenden Grüßen bis zum finalen Urteil – Revision dann ausgeschlossen!

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