Mehr Meer!

Liebe Heimat,

nachdem wir die letzten drei Wochen Museen gemieden haben, wie der Teufel das Weihwasser, haben wir nun das wunderbare Haus des Pablo Neruda für eine Besichtigung auserkoren – was leichter klingt als es tatsächlich war. Hätten wir gewusst, dass wir uns für den Kartenkauf in eine Warteliste eintragen müssen, um dann erneut in einer partout nicht weiterrückenwollenden Warteschlange bei den Audioguides zu landen, wären wir vermutlich am Vortag angereist, um fanatisch vor dem Museum in Isla Negra zu campieren. Doch schneller als gedacht, löste sich die  außerordentliche Anstauung wieder auf, das diese von einer Gruppe Rentnern hervorgerufen wurde, die eine besondere Einführung in die Technik bedurften.

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Da der Literatur-Nobelpreisträger Neruda neben seinen Tätigkeiten als Regimekritiker, Botschafter, Generalkonsul und Emigrationshelfer auch ein leidenschaftlicher Sammler mit speziellem Faible für Maritimes war, gab es in dem schnicken Häuschen einiges zu sehen und vom Audio-Guide etliches zu berichten. Zu den auffällig vielen Schiffsbug-Figuren die hübsch bis gruslig aussahen folgten in dem doch recht langen Haus Masken aus Afrika, buntes Käfer- und Schmetterlingsgetier, seine persönliche Gaderobe, eine Hostienpresse, ein lebensgroßes Spielzeug-Pferd oder eine bemerkenswerte Muschelsammlung. Zu unserer großen Enttäuschung war das Fotografieren im Inneren des Hauses nicht gestattet, daher haben wir uns im Außenbereich etwas ausgetobt:

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(Die Glocke läutete der gute Pablo immer, wenn er ankam um die Schiffe in alter Seemannsmanier zu grüßen und die Nachbarn wissen zu lassen, dass er da war.)

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(Das Haus)

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(Ein alter Dampfantrieb, den er von mehreren Eseln und Studenten hat herbringen lassen, da sie ihn an eine Dampflok erinnerte und ein Dampflok ihn wiederum an seinen Vater erinnerte, weil der wiederum seinerzeit Dampflok-Führer war.)

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(Der Fisch war einfach ÜBERALL – vor allem aber im Souvenir-Shop – zu finden)

Bezüglich der Photopolicy haben wir das Ganze dann noch einmal eruiert und haben dabei festgestellt, dass niemand gesagt, dass man nicht von draußen REIN fotografieren darf…

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Für mögliche Bildqualitätsverluste wird nicht gehaftet!

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(Das Esszimmer mit einer holden Maid, tschechischem Kristall auf dem Tisch und Gläser aus Mexiko glaube ich – der Audio-Guide erwähnt an dieser Stelle, dass nichts zufällig im Haus ist, sondern alles eigens von Pablo ausgewählt und eingerichtet wurde!)

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(Hier zu sehen des Dichters schicke Bar, wo er seine engsten Freunde bewirtete – weißte Bescheid!)

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(Den Meer-Fanatismus hatte ich ja schon erwähnt…)

Nach unserem Besuch im nerudschen Dichter- und Denkerhaus ersinnen wir Pablo als einen recht kommoden Zeitgenossen mit einem leichten Hau (wenn man das so sagen darf). Für uns gings weiter zum Bus-Strand-Hopping. Auf Isla Negra (keine Insel) folgte El Quisco – ein Sommerdomizil im Winterschlaf. Außer uns tummelten sich nur Zeugen Jehovas-Omas am Wasser, denen wir auf ihrer Bekehrungs-Pilgerreise gerade richtig kamen. Doch nach einem kurzen gottesfürchtigen Plausch konnten wir die Damen mit einem Flyer des Pablo Neruda Hauses abwimmeln (DANKE PABLO) und uns dem eigentlichen Vorhaben widmen: Alfajor-Testessen… Frisch aus der Konditorei vs. industrielles Gepäck aus dem Mini Market!

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(Kurz für alle Unwissenden Alfajor ist quasi die lateinamerikanische Antwort auf Prinzenrolle: Ein Doppelkeks aus Mürbteig mit karamellisierter Milchmarmelade)

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(Unser erster erfolgreicher Versuch mit dem Selbstauslöser… )

Und weiter geht’s zum nächsten Strand! Maria findet, dass es hier irgendwie aussieht wie in der Raffaello-Werbung… anbei ist meine Performance zu „You leave me speechless“ zu sehen.

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Ein anständiger Fußmarsch und schon sind wir am nächsten Strand… und wieder vollkommen ALLEINE!

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Ein kleines Highlight haben wir uns bis zum Schluss aufgespart – fast hätten wir im längsten Pool der Welt geplantscht. „Die Crystal Lagoons in der Ferienanlage San Alfonso del Mar im chilenischen Algarrobo ist eine 1013 Meter lange künstliche Lagune , sie fasst 2,5 Millionen Liter gefiltertes Meerwasser und bietet Platz zum Schwimmen, Tauchen, Windsurfen – selbst Bootsausflüge sind möglich. Das Meer liegt zwar direkt nebenan, doch Baden ist dort wegen der Strömung und des klapperkalten Wassers (16 Grad) zu ungemütlich. Im Pool misst das Wasser dagegen angenehme 26 Grad, es gibt keine Quallen, und man hat nach dem Baden keinen Sand in der Hose.“ – Zitat Ende.

San-Alfonso-del-Mar-Resort

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Ich verbleibe mit poseidischen Grüßen!

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